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Lightroom (Classic) CC, Adobes Philosophie und meine Probleme damit

Mit meinem letzten Beitrag, zu Adobes neuem Lightroom CC und deren Philosophie, habe ich wohl etwas getroffen. Dazu gleich ein paar persönliche Worte und ein Versuch, mein Problem nochmal differenzierter zu beschreiben.

Persönliches

Zu meinem letzten Beitrag über Adobe, Lightroom CC und die Philosophie dahinter. Viele stimmten mir zu und verstanden mein Problem damit. Andere wiederum verstanden mich überhaupt nicht und finden die neuen Produkte toll – was wirklich vollkommen in Ordnung ist, ich finde es nur nicht gut, wenn man dabei einen Ton wählt, der durchaus als Angriff oder Beleidigung interpretiert werden kann.

Ich werde weiter meine Meinung sagen und aufschreiben. Ich beleidige keinen Lightroom-Anwender – ich bin selbst noch einer – und spreche niemandem seine Meinung ab. Wenn jemand meinen Standpunkt nicht versteht oder nicht nachvollziehen kann, dann kann man das sachlich schreiben und sagen, Beleidigungen werde ich nicht als Kommentar freischalten und E-Mails direkt löschen.

Mein Problem mit Adobe aktuell

Ein Versuch, meine WTF-Momente zusammen zu fassen:

Eigene Produkte schlecht reden

Auf der MAX 2017, der Keynote von Adobe wo sie neue Produkte vorstellen, stellt sich Adobe auf die Bühne und drückt auf die Jammer-Taste:

Was war (ist) Lightroom nicht kompliziert, so viele Probleme damit, was konnte nicht alles passieren: RAWs wurden nicht gefunden und niemand wusste wo diese waren, der Katalog wurde nicht gefunden und ein neuer wurde erstellt – alle Bilder weg? Hach war das alles eine schreckliche Zeit mit diesem Lightroom.

Aber jetzt wird alles besser, Lightroom CC ist da, alles in die Cloud, überall verfügbar, guck mal wie einfach das ist, am Notebook importieren, am iPad bearbeiten, im Bus am iPhone weitermachen und zu Hause am Desktop beenden – Alles so viel toller.

Ach ja, Lightroom CC kann natürlich noch längst nicht alles, deshalb haben wir das alte Lightroom als Lightroom Classic CC weiter im Portfolio und ja, wir versprechen hoch und heilig, dass Classic uns wichtig ist, wir verstehen, dass nicht jeder alles hochladen kann, will oder darf also machen wir an Classic auch weiter.

Moment, ist das alte Lightroom nun total schrecklich oder total wichtig für Adobe? Kennt irgendjemand einen Fotografen, der ernsthaft ein Problem damit hatte, dass Lightroom ein Fragezeichen/Ausrufezeichen an das Thumbnail gemalt hat, wenn das NAS oder die externe Platte mit Terabytes an RAW-Daten nicht verbunden war? Es gibt weitere Adobe-Videos in denen sie meiner Meinung nach wirklich Blödsinn erzählen – “Fotografen haben uns gesagt, dass…” – Ich möchte mal wissen, welche Fotografen das waren.

Es ist offensichtlich, dass Adobe vorher bewusst war, in was für ein Wespennest sie stechen würden, es ist aber auch offensichtlich, dass sie versuchen den Kunden, sagen wir mal, sehr merkwürdige Dinge erzählen wollen…

Neue Fotografen finden Lightroom kompliziert? Fotografen wollen einen sicheren Speicherplatz für ihre RAWs, in der Cloud? Wirklich? Immerhin gibt es hier die klare Ansage, dass es Classic CC weiterhin geben wird – Ich sage: mal gucken wie lange! Bei Lightroom 5 hieß es damals auch, dass ich immer eine Einzelplatz-Lizenz geben würde, weil Adobe ja verstünde, dass ein Abo nicht für jeden die richtige Lösung sei.

Immer wieder ist die Rede davon, dass die originalen RAWs in Adobes Cloud ja ein Backup seien. Nein, solange es nicht mindestens eine zweite Kopie gibt, ist das eben kein Backup, es sind die Originale. Wie lange wird man einen Löschvorgang rückgängig machen können? Versichert uns Adobe schriftlich, dass sie niemals einen Datenbestand verlieren? Was passiert, wenn wir das Abo kündigen? Das alte Lightroom (Classic) CC läuft als Light-Version weiter auf unserem Datenbestand, die Cloud dürfte dann offline gehen, OK, sicher wird man vorher einen Download anstoßen können.

Immerhin könne sie auch selbstironisch sein:

Falscher Ansatz

Ich kenne sehr wohl Fotografen außer mir, die gerne eine Lösung hätten, um einfacher mit zwei Geräten am Katalog zu arbeiten. Ein Katalog, on Location neue Bilder importieren und unterwegs bearbeiten, zu Hause mit dem Katalog abgleichen.

“Ja nu, das Adobe doch gemacht?!”

Na klar. Eine Lösung ist sehr wohl, einfach alles auf zentrale Server zu legen. Aber Hand aufs Herz, das kann doch nicht die Lösung sein? Ich beschreibe mal ein nicht zu ungewöhnliches Szenario:

Ein Fotograf hat im Büro einen Desktop mit einer oder mehreren Lightroom-Katalogen. Die RAW-Daten liegen auf einem NAS. Mit einem Notebook fährt er zu einem Auftrag. Vor Ort, im Hotel, import er 2000 Hochzeitsfotos auf sein Notebook und möchte dort auch anfangen diese auszusortieren und zu bearbeiten. Im Zug, Flugzeug oder im Auto als Beifahrer kann er damit weitermachen. – Bis hierhin kein Problem mit dem vorhandenem, dem alten Lightroom (Classic).

Zurück im Büro sollen nun die Bilder vom Shooting in den/einen Hauptkatalog übernommen werden. Das ist der Punkt, den Adobe nie wirklich gelöst hat. Man kann den Notebook-Katalog in einen anderen importieren, allerdings besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass man dann doppelte Stichwörter in seinen Katalogen bekommt. Es gibt umständliche Umwege um die Stichwörter von einem Katalog in einen anderen zu bekommen oder man setzt auf einen einzigen Katalog, den man zwischen den Geräten mit einem Sync-Tool abgleichen lässt. So richtig toll ist das alles nicht.

Diesen Workflow hätte Adobe mal angehen können.

Für diesen letzten Schritt ist es aber keine Lösung, on Location 2000 RAWs in die Adobe-Cloud zu laden. Wenn die im Schnitt 30 MB groß sind, sind das fast 60 Gigabyte! Mit mobilem Datenvolumen zumindest eine Herausforderung. Mit 100 MBit/s Upload sind das fast 2 Stunden – und wer hat schon 100 MBit/s Upload? Ich rede noch gar nicht von 50 Megapixeln einer Canon 5Ds oder einer Nikon D850, da sind 30 MB pro RAW eher lächerlich wenig. Dann werden Bilder aussortiert, so dass man Ende vielleicht nur 1000 behalten möchte, 500 davon sollen bearbeitet werden, der Rest bleibt für evtl. später zu erstellende Alternativen im Katalog.

Nein, der zugrunde liegende Ansatz, alles in die Cloud, ist in meinen Augen so komplett verkehrt, dass ich gar nicht nachvollziehen kann, dass darüber überhaupt diskutiert werden muss.

Mit keiner Silbe erwähnt Adobe, jedenfalls nicht, dass ich es bisher gesehen hätte, dass sich das noch ändern wird, dass man selektiver hochladen können wird, dass mehr Kataloge unterstützt werden etc. Nein. In einem Kommentar zur Frage, ob man denn mit Lightroom CC auch lokal arbeiten könnte, weil vielleicht mal kein Internet verfügbar ist, hieß es, man könne in den Optionen einstellen, dass man eine lokale Kopie der RAWs haben möchte… ALLER RAWs! Sprich: Wer das enthaltene Terabyte Platz auch nutzt, der braucht lokal auch ein Terabyte Patz für seine RAWs … Ich habe zwar 1 TB in meinem Notebook, da sind aber auch andere Dinge drauf, frei sind vielleicht 300-400 GB – Und jetzt?

Ich habe nichts gegen die Cloud. Für bestimmte Dinge kann das praktisch sein – Das ging aber schon jetzt, ganz ohne CC. Man konnte RAW-Daten auf eine Dropbox oder anderes Cloud-Drive schieben, und zwar genau die, die man unterwegs haben wollte. Und man konnte sie jederzeit wieder zurück auf die lokale Platte schieben.

Adobe verfolgt hier eine Philosophie, die extrem utopisch ist: Endlos Platz, endlos schnelles Internet überall und immer. Richtig, wenn das alles gegeben ist, tolle Lösung… wenn man mit einem Terabyte auskommt – Es wird aber bestimmt möglich sein, mehr Geld drauf zu werfen, nur frage ich mich weiter: Welcher Fotograf findet es ernsthaft toll, seinen 3 TB oder 6 TB oder noch größeren Katalog mit Fotos der letzten Jahre online zu stellen… und wofür?

Rechtliches

Die Idee, einfach mal alles, jede RAW Datei in die Cloud – sprich auf Adobes Server, sprich auf von Adobe angemietete Server – zu laden, ist unfassbar naiv.

Es gibt in Deutschland Datenschutzgesetze und 2018 wird es noch interessanter mit der neuen Datenschutzverordnung. Ich Zitiere mal Alex der als Datenschutzbeauftragter unterwegs ist und im Happyshooting Slack schrieb:

Im Mai 2018 tritt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Im Fall eines beruflich tätigen Fotografen regelt sie, dass der Fotograf der Verantwortliche für die personenbezogenen Daten (=Fotos) seiner Kunden ist. Er muss den Zweck seiner Datenverarbeitung definieren (Fotos seiner Kunden bearbeiten) und darf natürlich auch einen Auftragsdatenverarbeiter (Adobe) beauftragen.

ABER, er muss auf Wunsch der Person natürlich deren Rechte befolgen (Auskunft, ändern, löschen). Die Frage ist, ob der Fotograf das auch immer gegenüber Adobe durchsetzen kann. Da wird ev. ein Foto nur zum Löschen markiert, aber wegen der Synchronisation und weil gerade offline noch nicht wirklich gelöscht. Oder ein Foto wird „irrtümlich“ auf einer öffentlichen Galerieseite publiziert.

Problem dabei: der Fotograf ist laut DSGVO immer der Verantwortliche! Er kann aber das nicht gegenüber Adobe durchsetzen. Privacy Shield ist zahnlos.

Daneben gibt es natürlich auch Fotos wie Akt, Dessous oder Model-Shootings im Allgemeinen, Kinder und so weiter. Diese Bilder möchte, oder sollte man keinem externen Server anvertrauen. Adobe scheint das nicht so wichtig zu sein. Oder doch? Es gibt ja noch…

Lightroom Classic CC

“Hör doch auf zu jammern, es gibt Classic und alles bleibt wie es ist, so what?”

Ja und nein. Ich habe kein CC-Abo, ich habe eine Einzelplatz-Lizenz gekauft und ich bin damit nicht alleine. Version 7, also jetzt Classic CC, gibt es nur noch im Abo.

“Aber das sind um die 11 Euro im Monat, das ist doch viel billiger oder zumindest nicht wirklich teuer verglichen mit dem Kaufpreis der Einzellizenz!”

Zum einen sind das 132+ Euro pro Jahr, Update-Preise für Lightroom waren günstiger und man war nicht gezwungen jede Version zu kaufen – allgemein gesprochen, ich selbst hatte jede Version.

Übrigens werden für das neue Lightroom CC mit 1 TB Platz knapp $20 pro Monat fällig (habe nicht gesucht wie viel Euro das werden, ich tippe mal auf über 20€).

Zum anderen geht es mir nicht um den Preis! Ich habe immer gesagt, dass eine gute Software auch gutes Geld kosten darf. Ich hätte auch 200 Euro für ein Update bezahlt.

“Im CC-Abo sind auch 20GB Online-Platz enthalten, das ist dann echt günstig”

Und, was soll ich mit dem Platz? Eine Speicherkarte hält schon mehr Daten. Ich nutze genau KEINEN Online-Platz mit Lightroom. Ich stimme zu: Mit Classic CC kann man SmartPreviews von ausgewählten Selektionen in die Cloud schieben um diese dann unterwegs bearbeiten zu können und das mag für manche eine gute Lösung sein. Dann ist das attraktiv. Auf mich trifft das nicht zu.

Nein, mir geht es um den Online-Zwang und die Abhängigkeit. Mit dem Abo bin ich abhängig vom Internet und Adobes Servern. Ist etwas davon nicht verfügbar oder klemmt irgendetwas bei der Lizenzprüfung, stehe ich vor einem Lightroom Light, mit dem ich keine Bearbeitungen mehr machen kann.

“Das ist doch akademisch, man hat doch immer Netz und 99 Tage kann man ohne Netz arbeiten bevor eine Abfrage fällig wird!”

Schön wäre es, die Realität sieht leider anders aus. Patrick Ludolph war auf einem Container-Schiff unterwegs und plötzlich stellte Lightroom den Dienst ein (das hat er in seinem aktuellen Beitrag noch mal erwähnt). Er war sicher keine 99 Tage unterwegs. Seit es das Abo gibt, habe ich immer mal wieder von solchen Fällen gelesen. Es kann einfach jederzeit ein Problem auftreten bei der Kommunikation, es ist eine Ebene der Komplexität, die für mich als Anwender komplett unnötig ist und mich als ehrlichen, zahlenden Kunden im Zweifel im Regen stehen lässt. Das Problem ist nicht akademisch oder theoretisch, es passiert praktisch – Nicht ob, sondern wann ist die Frage. Geklaute Versionen haben diese Probleme vermutlich nicht, sind für mich aber auch keine Lösung.

Des Weiteren habe ich immer wieder von Fotografen gelesen und auch im direkten Umfeld mitbekommen, dass irgendetwas anderes geklemmt hat. Plötzlich lief Lightroom wieder im Demo-Modus, 30 Tage. Oder Updates wurden nicht angezeigt… Die Lösung hieß fast immer: Alles deinstallieren und neu installieren. Das will man nicht, wenn man eigentlich einen Kundenauftrag bearbeiten möchte. Oder es wurden Updates installiert und plötzlich funktionierten andere Dinge nicht mehr, weil Adobe unter der Haube die Verzeichnisse oder Namen geändert hatte und das Software-Ökosystem aus Plugins u.a. nicht mehr lief.

Ich möchte so ein Abo nicht. Nicht wegen des Geldes sondern wegen der Abhängigkeiten. Und schon gar nicht möchte ich Adobe JETZT das Signal schicken, dass sie auf dem Richtigen weg seien, das sind sie meiner Meinung nach nicht.

 

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15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Früher im Usenet wäre die einzig denkbare Antwort auf diesen Artikel: fullack. Und auch heute möchte ich nicht weniger schreiben als dass ich mit Deiner Meinung völlig übereinstimme. Gut geschrieben, gut argumentiert. Nur: was nun?

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  2. Ich hatte ehrlich gesagt noch keine Probleme damit, dass mein Lightroom im Abo nicht mehr lief. War auch schon viel mit dem Laptop und Lightroom unterwegs – ohne Internet. Musste auch Lightroom kein einziges Mal neu installieren. Vielleicht bin ich da auch einer da wenigen.

    Beim Cloud Service gebe ich dir völlig Recht. Man kann nicht immer mal schnell 2.000 RAW Bilder hochladen. Geht einfach nicht. Aber die Preise sind ja auch nochmal ein Thema. Meine Frau und ich nutzen beide Lightroom. Insgesamt haben wir 8TB an Bildern. Das wären 80 Dollar im Monat. Das ist mir viel zu krass.

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  3. Boris, du sprichst mir aus der Seele!
    Ich würde gerne noch zwei weitere Aspekte ergänzen wollen, die mich in dem Zusammenhang umtreiben.

    Adobe hat zu Zeiten von LR5 gesagt, dass es neben der Abo-Variante immer die Kaufvariante geben wird – und dass es zwischen den beiden Versionen keine Unterschiede gibt. Letzteres wurde bereits seit LR6 ad acta gelegt, das erstere nun mit LR classic. Einem solchen Unternehmen, das sich so sehr am eigenen Profit und so wenig an den Nutzern oder den eigenen Aussagen orientiert, vertraue ich nun nur noch sehr wenig. Insbesondere, wenn es um Aussagen für die Zukunft geht, oder konkret darum, nach einer Kündigung des Abos trotzdem noch an die eigenen Fotos bzw. deren Entwicklungen zu kommen. Das, was heute noch (ohne Abo) geht, muss ja später nicht auch noch möglich sein – erst recht, wenn man Kunden binden will oder muss. Wer garantiert mir den Status quo? Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in Zukunft ja alles über die Cloud laufen soll …

    Ich verstehe sehr gut, dass Software-Unternehmen mit einen „kontinuierlichen Geldstrom“ eines Abos deutlich nachhaltiger arbeiten könnten. Jawohl, das t ist beabsichtigt, könn-t-en. Denn das, was Adobe in den zwei Jahren LR6/CC2015 produziert hat, war weder bahnbrechend oder viel, noch wurde die Software nachhaltig gedebugged oder stabilisiert. Mein Eindruck war und ist vielmehr, dass sie durch den nun planbarer eingehenden Geldfluss viel weniger Anreiz haben, tatsächlich nennenswert – also auch für den Endnutzer bemerkenswert – LR zu verbessern. Eine solche Konstellation macht das Unternehmen in meinen Augen noch träger und vom Nutzer abgekoppelter. Vielmehr kann eine „Friss-oder-stirb“-Mentalität viel einfacher bei deutlich geringerem Risikoumgesetzt werden. Und bei allem Verständnis für aufwändige und kostenintensive Softwarearbeit: Wenn Serif (Affinity Photo) als kleines Unternehmen so viel und ohne Abo-Modell auf die Beine stellt, dann sollte der Großkonzern Adobe mit seinem Budget den deutlich längeren Atem haben, zumindest was Updates und Entwicklung angeht.

    Nun ja, wir werden sehen, was die Zukunft bringt; ich glaube und hoffe, dass durch diesen Schritt von Adobe viele Nutzer wegwechseln – in welche Richtung auch immer. Ändern wird das kurz- oder mittelfristig vermutlich nicht viel, aber ja vielleicht langfristig. Ich hoffe es jedenfalls, denn bei aller Kritik fand und finde ich LR eine sehr gelungene Fotoverwaltung.

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    • Die Abo-Erlöse werden zum großen Teil in die Entwicklung der neuen Strategie geflossen sein. Lightroom CC, die Cloud-Seite und die Tools drumherum (Spark und wie sie alle heißen)… Ist nicht so, dass Adobe gar nichts getan hätte – Es ist nur in meiner Wahrnehmung so, dass es nicht das ist, worauf Fotografen (die ich so kenne) gewartet haben

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  4. Ich finde es wichtig, über die Konsequenzen solcher Entwicklung nachzudenken. Es ist ja nicht nur Adobe, genaugenommen gibt es die Entwicklung von „Zwangsmonetarisierungen“ oder „ökonomischer Produktverschlankung“ auch bei anderen Firmen ( Microsoft, Apple, Antivierenprogramme, Facebook Paywall …).
    Ich habe ja Verständnis, dass die Entwicklung finanziert werden muss, aber es ist auch ein bedenklicher Trend dabei zu beobachten , uns Produkte überzuhelfen die den Wünschen des Produzenten mehr entsprechen als den Bedürfnissen der Nutzer.
    Also, Boris, bleibe kritisch!

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  5. Ich glaube, das Adobe hier zu sehr von der Smartphone-Generation getrieben wird. Ja, ich finds auch toll am Smartphone mal eben die Bilder zu LR übertragen zu können. Dafür ist die Cloud ganz nett. Aber mit den kompletten Bildbeständen ist das komplett unrealistisch. Von Datenschutz- und Backup-Problemen garnicht zu reden. Aber vielleicht liegts auch daran das wir alle Dinosaurier sind, Smartphone-Geknipse scheint ja irgendwie die ultimative Zukunft zu sein….

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  6. Die Filmchen sind für das Consumer Publikum gemacht, an das sich die Produkte richten. Es ist definitiv Absicht von Adobe eine andere Zielgruppe als Profis oder ambitionierte Amateure zu erreichen. Typischerweise haben ein paar Großaktionäre gejammert und >15%(oder ähnlich) Umsatzsteigerung pro Quartal gefordert. Daraufhin blieb dem dem Management bei Adobe gar nichts anderes übrig, als auf den Consumer-Karren aufzuspringen, wenn sie nicht selbst gefeuert werden wollten. Und nun versuchen sie dasselbe, was bei Apple Fotos und und Google Fotos sehr erfolgreich ist, nämlich Handy-Bildchen überall verfügbar zu machen.
    Die Profis können mangels Alternativen garnicht abspringen und bei den Consumern wird noch Wachstum erwartet. Insofern ist das kurzfristig eine aussichtsreiche Strategie (nebenbei: an der Börse wird immer nur auf das nächste Quartal geschaut!).
    Die Frage ist, wie erfolgreich die Consumer-Produkte sind und ob sich der Aufwand für die Profi-Sparte in ein paar Jahren noch rentiert.
    Aber den Verstand hat niemand verloren bei Adobe, die rechnen mit ganz kaltem Herzen.

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  7. Boris, deine Rechnung oben hinkt. Du vergisst, dass in den 132€ das Lightroom und das Photoshop Update enthalten sind. Und das ist billiger als jährlich die Einzelupdates zu kaufen.

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  8. Pingback: Lightroom Alternativen? | Ansichten

  9. Danke für den Artikel. Ich habe generell nichts beizufügen. Ich dokumentiere hier aber gerne meine Gedanken und Erfahrungen der letzten Tage. Vielleicht hilft es anderen, oder andere haben Input der mir hilft. Denn ich war und bin nach wie vor am stagnieren mit meiner Meinung. Und ja, sorry für meine Text-Wand im Voraus ;)

    Zudem, vorne weggenommen, ich werde NIE ein Abo buchen welches mich zwingt meine Fotos ausschliesslich in der Cloud zu speichern. Auch nicht wenn ich 100 Mbit auf meiner Uhr habe.

    Während LR Classic nun doch etwas schneller daher kommt und Photoshop, den ich doch auch oft verwende, auch mit einigen neuen Features glänzen kann wie z.B. das retuschieren von 360 er Panoramen, bin ich nach wie vor nicht schlüssig. Genauso wie du bin ich kein Fan von dem Adobe und dem Abo-Modell. Anderseits kann ich mir es leisten und zudem habe ich in der Vergangenheit sehr viel mehr Geld ausgegeben für Adobe Software. Als ich noch mehr im Video/3D business war habe ich Photoshop und Premiere zusammen gekauft für rund 3000.- Schweizer Franken. Heck, Maya war noch viel teurer…

    Also, ein Abo für ALLE Produkte von Adobe kostet mich ca. 720.- pro Jahr. Im Vergleich zu den beiden eingefrorenen Versionen von damals kann ich also ca. 4 Jahre CC buchen und habe alles was Adobe anbietet. Wenn ich Geld verdiene, dann mit Websiten machen. Und dies ist momentan eben das entscheidende für mich vorläufig bei Adobe zu bleiben… Denn es gibt für Dreamweaver schlichtweg keinen äquivalenten Ersatz. Und alle Webseiten mit WordPress zu machen ist auch nicht die Lösung. Die damit verbundene Wartung wollen ein Teil meiner Kunden nicht bezahlen und die meisten brauchen ehrlich gesagt auch kein CMS um eine 1-page Webseite hoch zu fahren.

    Ok, ich könnte Dreamweaver für 20.- pro Monat buchen und Affinity Photo für 50.- und C1 für 280.- kaufen. Das sind dann im ersten Jahr 570.- … Und dann wäre ich auf der Foto Schiene ca. 3 Monate mehr oder weniger unproduktiv. Und wenn ich mal ein Video editieren muss… well… shit out of luck… Und Illustrator brauche ich auch ab und an um Logos oder Icon’s zu machen…

    Meine erste Reaktion auf die Ankündigung war trotzdem CaptureOne herunterzuladen. Ich habe dabei aber ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie du in deinem Artikel beschreibst. Ich bin mit den folgenden Erwartungen rangegangen: C1 ist geil. Da kann man das UI selber gestalten. Auf den ersten Blick sehen die Bilder sexier aus. Gewisse Tools in C1 sind besser als in LR. C1 soll besser auf Kundenwünsche reagieren. C1 hat gibt es auch ohne Abo! etc. etc. Dann habe ich realisiert, das man dabei eine neue Software lernen muss. Damit meine ich nicht das UI. Damit meine ich, dass man die Bugs kennenlernen muss… „Dafür gibt es ja aber den ach so tollen Support bei C1“ dachte ich… Dann habe ich mit einem Anliegen, dass C1 doch bitte einen simplen HDR assembler einbauen soll, beim Support auf Granit gebissen und im Forum wurde ich ehrlich gesagt abgeputzt. Mir wurde gesagt, „Wofür soll bitte so ein Feature brauchbar sein“, „Das würde C1 zu kompliziert machen und sei unnötig“ Und „Wir bezahlen für einen RAW Editor und nicht ein Programm welches Features einbaut die wir nicht gebrauchen können“. Kein „Hallo erst mal und wilkommen bei C1“. Dabei rede ich von einem simplen HDR merger. Align & Merge von einzelnen Bilder. Ich will nicht Panoramas stitchen in C1 (mal abgesehen davon, dass Lightroom dies tut und nicht mal so schlecht für horizontale & vertikale Panoramas, ausgenommen 360 x 180 Kugeln).

    Beim Support, der zugegeben schnell reagiert hat, kam die Antwort „Wir reden nicht über zukünftige Features und falls wir so was vor hätten würden wir sicherlich nicht darüber reden, wir können deinen Wunsch aber gerne ganz unten auf die Liste von Feature-Wünschen anfügen und wenn genug Leute dafür fragen, würden wir das dann eventuell berücksichtigen“.

    Leider verwende ich nicht PTGui welches anscheinend brackted-shots zusammenfügen kann. Ich verwende Panoramastudio und fotografiere vom Stativ mit gut eingestelltem Panoramakopf. Ich habe aber öfters Aufträge Inneräume zu dokumentieren und da gibt es halt manchmal auch Fenster und draussen scheint die Sonne. Dann 30 – 40 shots von Hand in Photshop zu assemblieren ist für mich nicht realistisch. Ok, PTGui… Noch eine neue Software lernen… Ich bin aber glücklich mit Panoramastudio… Da brauche ich nicht ein Programm welches nochmals 150 Euro kostet. Hr. Hüllmandel von Panoramastudio macht ein gutes Produkt und ist sehr zuvorkommend und kommunikativ!

    Nun aber zu einem viel wichtigeren Punkt: Glaubt Adobe eigentlich wirklich, dass wir ihnen das abnehmen, wenn sie sagen, dass LR Classic auf eeeeewig weiterentwickelt werde, wenn sie am gleichen Tag ankündigen die letzte standalone Version von LR nun doch nicht mehr weiterzuentwickeln…?!?!? Und damit ein ganz ähnliches Versprechen brechen??

    Plus, macht die Rechnung. 1 Million Adobe LR & PSD Kunden die 10 Euro zahlen bringen 10 Millionen Euro ein. 10 Millionen Handy-Fotografen die 10 Euro zahlen bringen 100 Millionen ein pro Monat. Das ist die Rechnung welche die Teppichabteilung bei Adobe macht. Welche Software wird da wohl eher weiterentwickelt? Mit diesen Zahlen kann Adobe dann schon sagen „weil nur wenige diese Software benutzen sehen wir uns gezwungen diese einzustellen…“

    Bottom line: ich habe im Moment keine andere Wahl als Adobe brav weiterhin meine 60.- pro Monat zu überweisen. Womit eigentlich alle negativen Punkte eines Software-Abos bewiesen wären… Der Mechanismus scheint also zu funktionieren und ich fühle mich besch… dabei. Denn was mache ich wenn Adobe LR CC zum einzigen Standart erhebt? Soll ich nun doch heute in den Sauren Apfel beissen und wechseln? Wird C1 nicht auch eines Tages zum „nur Abo“ Modell übergehen? Wird Affinity Photo wirklich so gut wie Photoshop? Was mache ich mit der Dreamweaver Schiene? Video… sigh…

    Just my two cents…

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  10. Sehr guter Artikel, spricht mir aus der Seele. Auch ich habe das Adobe-Foto-Abo, Preis-Leistungsmäßig finde ich die 120,- für Lightroom (und Photoshop!) in Ordnung, da ich auch recht viel mit Photoshop mache. Aaaaber: Bilder in die Cloud? – Blödsinn, da unrealistisch und auch unnötig. Ich kann mich nicht erinnern, jemals das Bedürfnis gehabt zu haben, in einem Hotelzimmer oder Zug umfangreiche Bildbearbeitung oder -verwaltung auf dem Smartphone oder Tab durchzuführen.

    Aber was haben wir für Alternativen zu LR? – Ich habe mal versucht, Lightroom zu ersetzen und einen ganzen Haufen anderer Programme ausprobiert, am Ende habe ich es dann doch sein lassen: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, neben der Einarbeitung in eine andere Bedienlogik sind bei einem Wechsel normalerweise Stichworte, Ratings, Bildkorrekturen etc. futsch, und wenn sich im Lauf der Jahre zig-tausende Bilder angesammelt haben, verliert man schnell den Spaß an einer Umstellung.

    Bei Photoshop sieht es da schon ein wenig besser aus. Affinity Photo (Vollizenz: 55,-) entwickelt sich zur (ersten wirklich ernstzunehmenden) Konkurrenz und ist teilweise sogar schon besser als PS. Sollten die Jungs von Serif irgendwann ein ähnlich gutes Programm in Richtung LR anbieten, war’s das für mich mit Adobe.

    LG Stefan

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