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Koken – Eine zerbrochene Liebe

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Irgendwann Mitte 2013 wurde ich auf Koken aufmerksam – Ein CMS für Fotografen. Einfach zu installieren, Lightroom-Schnittstelle, elegante Themes, kostenlos, da musste ich einfach mal ran. Selten sah ich ein neues Webseiten-System, das vom Start weg so viel Wert auf Design legte ohne dabei zu übertreiben.

Nach etwa 1,5 Jahren müssen Koken und ich nun doch getrennte Wege gehen. Etwas beleidigt und verärgert aber doch traurig habe ich dem System den Rücken gekehrt. Mehr zu den Gründen nach dem Klick…

Ich hätte es besser wissen sollen. Schon ganz zu Beginn, beim ersten Beschnuppern, stieß ich auf ein paar Dinge, die mir nicht so richtig gefallen wollten:

  • Der Editor für die Blog-Beiträge, Entschuldigung, ich meinte Essays, lies sich nur mit der Maus vernünftig bedienen. Wollte man bestimmte Wörter oder Absätze formatieren, so musste man diese zwingend mit der Maus markieren, weil nur dann die Formatierungsoptionen eingeblendet wurden. Mit der Tastatur markieren und dann ein Format wählen? Geht nicht.
  • Die Themes waren durch die Bank elegant und toll anzusehen. Die Menüstruktur und die Möglichkeiten für die Menüs hingen aber fest an den Themes. Hatte man sich also ein Theme mit Navigation eingerichtet, so war ein Wechsel zu einem neuen Look nahezu unmöglich bzw. sehr aufwendig. Mühsam angelegte Links waren nach einem Theme-Wechsel verloren und man musste alles neu aufbauen

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Naja, es war doch noch eine ganz frische Version 0.irgendwas und Beta war es auch noch. Also alles prima, Feedback schreiben und die Entwickler werden es nachziehen. Updates kamen unregelmäßig aber häufig und die Installation war extrem einfach. Der Umgang mit Fotos in Beiträgen, das simple Einfügen von Videos per Youtube-Link und anderer netter Kleinigkeiten glänzten so sehr, dass ich den Schritt wagte. Ich setzte einen neuen Blog für meinen Foto-Schwerpunkt auf – mit Koken – und er war soooo schön smile

Nun, Ende 2014, zog ich die Notbremse. Ich würde keine neuen Beiträge mit Koken schreiben. Stattdessen setzte ich den Foto-Blog mit WordPress neu auf.

Warum?

  • An den beiden oben genannten Punkten hatte sich nichts geändert, was mich zunehmend störte.
  • Dann gab es den GAU eines Bloggers, den totalen Verlust eines Textes, an dem ich seit über 4 Stunden geschrieben hatte. Was war passiert? Ich wollte in den langen Beitrag ein Video einbinden und fügte einen Youtube-Link ein. Das wiederum führte zu einem defekten Absatzformat, es funktionierte einfach nicht. Ich schaltete auf die html-Ansicht des Beitrags um und versuchte die Formatierung manuell zu korrigieren was ebenfalls fehlschlug. Ich drückte cmd+z um den letzten Schritt rückgängig zu machen und sah schlagartig einen komplett leeren Beitrag vor mir!
    Koken speichert den Beitrag automatisch sobald man Änderungen vorgenommen hat, blöderweise auch dann, wenn der komplette Beitrag wegen eines Fehlers komplett gelöscht wurde. Es gab keine Chance mehr den Text zurück zu bekommen. Es gab keine Edit-Historie, in keinem Cache war der Text zu finden. Weg. Ich informierte Koken über twitter und Google+ und erhielt nie eine Antwort. An diesem Punkt brach meine Liebe zu Koken endgültig und alle weiteren Kleinigkeiten wurden umso hässlicher für mich.
  • Das Problem, dass beim Einfügen von Youtube-Links in einen bestehenden Beitrag die Formatierung fehlerhaft wird, blieb bis zuletzt bestehen. Das nervt und weckt kein Vertrauen.
  • Die alten Themes unterstützten neue Funktionen, z. B. die schicke Timeline, nicht und der Wechsel zu anderen Themes war mit größerem Aufwand verbunden weil die Navigation verloren gehen würde – siehe ganz oben.
  • Der Blog hatte keine Suchfunktion. Ich weiß nicht, ob auch dies an die Themes gekoppelt ist oder ob die Funktion generell bei Koken fehlt.
  • Seitenformatierungen waren stark eingeschränkt. Überschriften, Absatz, Fett, Kursiv, Link… viel gab es nicht. Spalten, Buttons, farbige Textkästen, Bilder abwechselnd links oder rechts neben den Text statt zentriert dazwischen? Fehlanzeige – oder abhängig vom Theme? Ich habe aufgegeben zu suchen.
  • Der RSS-Feed zeigt fest die 10 aktuellsten Beiträge – Keine Chance das zu ändern.
  • Der RSS-Feed zeigt außerdem nur einen Anreißer-Text. Nicht den Text bis zum selbst gesetzten Weiterlesen-Tag und schon gar nicht den kompletten Text. Auch hier keine Chance das zu ändern.
  • Es gibt keine Kommentarfunktion. OK, es gibt ein Plugin für Discuss, wo man sich aber ein Konto anlegen muss. Ich selbst hatte ein Plugin für eine Kommentarfunktion basierend auf app.net geschrieben, allerdings hat kaum jemand dort ein Konto und somit waren die Kommentare für die meisten unbenutzbar.
  • Man kann für Beiträge manuell Fotos hochladen, die man dann in den Text einfügt. Irgendetwas ist an dieser Funktion aber kaputt. Das erste Bild wird noch schnell hochgeladen und die Fortschrittsanzeige zählt sauber hoch. Beim zweiten Bild wird es schon merkwürdig, es dauert etwas länger und die Prozentanzeige springt vor und zurück. Lädt man mal ein fünftes oder sechstes Bild hoch, wird das zur Geduldsprobe. Besser ist es, den Beitrag zu speichern, sich neu im Admin-Interface anzumelden und dann weitere Bilder für den Beitrag hochzuladen. Dieses Verhalten hatte sich bis zuletzt nicht geändert.

Oder noch einfacher: Koken ist für einen Blog nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.

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Die Stärken von Koken liegen beim Umgang mit Bildern und Galerien. Für eine Portfolio-Seite ist Koken meiner Meinung nach unschlagbar.

  • Bilder können direkt aus Lightroom zur eigenen Koken-Installation hochgeladen werden wo sie dann in Galerien auftauchen, die man zuvor in Lightroom angelegt hat.
  • Verschiedene Seitenverhältnisse sind kein Problem. Wenn das Theme eine Galerie-Übersicht zum Beispiel mit quadratischen Thumbnails anzeigt, kann man selbst dafür sorgen, dass der relevante Teil eines jeden Bildes zu sehen ist. Dafür kann man in Koken für jedes Bild einen Mittelpunkt, ein Subjekt markieren. Das habe ich bisher überhaupt noch bei keiner Online-Galerie gesehen.
  • Man kann eine ganze Galerie in einen Beitrag einbinden, auch als selbstlaufende Diashow
  • Unterstützt ein Theme die Timeline, bekommt man eine sehr hübsche Übersicht aktueller Bilder. Sehr schick für Fotografen die regelmäßig neues Material zeigen.

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Ich wollte auf dieser Webadresse aber vorrangig kein Portfolio sondern über Fotothemen die mich bewegen bloggen. Ich ließ mich blenden von Kokens Schönheit und zog jetzt die Notbremse.

Es bleibt bei einem getrennten Blog für die Fotothemen aber ich bin wieder bei WordPress gelandet. WordPress hat in der Zwischenzeit große Schritte vorwärts gemacht. Der Editor scrollt bei langen Texten die Formatierungstoolbar nicht mehr weg, man kann den Editor auch Fullscreen laufen lassen, Bilder lassen sich per Drag & Drop in den Editor hochladen und in den Beitrag einfügen, Youtube-Videos lassen sich ebenfalls simpel per Link in den Editor einbetten. Zudem hat WordPress eine Historie der Änderungen an einem Beitrag, ein Totalverlust ist nahezu ausgeschlossen.

Nur was das Einbetten von Galerien in Beiträge betrifft, da klemmt es bei WordPress nach wie vor. Es gibt viele Plugins und unüberschaubar viele Themes, die diese Schwachstelle aufgreifen. Ich konnte kein Theme mit wirklich gutem Bilder-/Galerie-Support finden, dass mich in anderen Bereichen wie Navigation und Design überzeugt hätte und ich hatte noch keine Zeit und Lust mir alle möglichen Plugins anzusehen. Also starte ich pragmatisch: Was geht, das geht, der Rest eben nicht.

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