Allgemein

Leica M – Ein kleiner Überblick

Ich habe mir eine alte Leica M8 gekauft und so sehr ich all die Jahre über Leica, deren Preispolitik, die für den Preis fehlenden Funktionen und den für mich unpraktischen weil langsamen Messsucher gefrotzelt habe, so sehr liebe ich diese Kamera inzwischen.

Im Podcast Happy Shooting berichtete ich darüber in der Folge #940 bereits. In der Folge #941 gab ich einen kurzen Überblick über die Kameras im M-System und die aktuellen Gebrauchtpreise. An dieser Stelle halte ich das in Schriftform fest.


Kurz & knapp

Ich beziehe mich hier ausschließlich auf die digitalen Leica M Kameras, mit den analogen habe ich mich noch nicht länger befasst. Die genannten Preise sind meine Erfahrungen auf dem Gebrauchtmarkt zum Zeitpunkt dieses Beitrags (05/2026)

  • Leica M8 (2006 – 2009) – Erste digitale M von Leica mit CCD Sensor im APS-H Format (= 1,33x Crop) mit 10,8 Megapixeln. Kann bis zu 1/8000 s kurze Belichtung. ab 1500 € bis 1800 €
    • Leica M8.2 – Etwas modernisierte Variante mit etwas leiserem Verschluss und kratzfesterem Glas vorm Display. Roter Punkt dezenter, fast schwarz. Snapshot-Modus. Kann nur noch 1/4000 s als kürzeste Zeit. Preislich ähnlich wie die M8 zu finden
  • Leica M9 (2009 – 2012) – CCD Sensor im Vollformat (35 mm Kleinbild) mit 18,5 Megapixeln. Problem mit Korrosion auf Sensor-Deckglas, behoben mit Sensoren ab ID 15 aufwärts. Ansonsten wie Leica M8.2. ab 3600 € zu finden; Deutlich günstigere Angebote sind i. d. R. mit Sensor-Defekten.
    • Leica M9-P – Saphirglas, kein roter Punkt. Preislich eher ein paar hundert über den M9-Angeboten falls überhaupt zu finden.
    • Leica M Monochrom – Reine s/w-Variante der M9. Gebrauchtpreise fand ich keine, dürfte sehr teuer werden.
    • Leica M-E (Typ 220) – Mit dieser Bezeichnung wurde die Leica M9 in einer neuen Variante verkauft. Gehäuse ist hier Grau. Ansonsten identisch. Auch die Gebrauchtpreise.
  • Leica M (Typ 240) (2012 – 2019) – Keine M-Nummer mehr, stattdessen Typ-Nummer. Modernerer CMOS Sensor, Kleinbild, 24 Megapixel, 1 GB interner Speicher. Besonderheiten: Live-View und Video-Funktion. Noch mehr Buttons auf der Rückseite. Extrem lange Akkulaufzeit wenn nur Foto genutzt wird. ab 2000 € zu finden, häufig um 2200 €
    • Leica M-P – Eine Typ 240 mit Saphirglas über Display, optisch zurück genommen – schwarz, ohne roten Punkt und frontale Beschriftung, 2 GB interner Speicher.
    • Leica M (Typ 262) – Abgespeckte, damals günstigere Variante der Typ 240. Es fehlt Live-View und Video-Funktion. Ansonsten identisch. preislich ähnlich die Typ 240 zu finden, um 2000 € aufwärts, falls überhaupt. Sehr selten.
    • Leica M Monochrom Typ 246 – Reine S/W-Kamera auf Basis der Typ 262. Hohe ISO-Leistung bis 25.000. gebraucht so gut wie nicht zu finden
    • Leica M-D – Variante der Typ 262 ohne Display, ISO-Einstellrad auf der Rückseite. preislich ist man schnell bei 5000 € aufwärts
  • Leica M10 (2017 – 2021?) – Gehäuse schlanker, wie analoge M-Modelle. CMOS, Kleinbild, 24 Megapixel. ISO-Rad oben. WLAN. Nur noch 3 Buttons neben dem Display. ab 3600 € zu finden.
    • Leica M10-P – ohne roten Punkt, Touch-Display, extrem leiser Verschluss. gebrauchte selten zu finden und wenn, dann schnell bei 4500 und drüber.
    • Leica M10-D – ohne Display. Ein-/Ausschalter und Belichtungskorrektur-Rad auf der Rückseite. Integrierte Daumenstütze in der Optik eines Aufzughebels. extrem selten zu finden, preise dann schnell weit über 5000 €
    • Leica M10 Monochrom – 40 Megapixel CMOS ohne Farbfilter, reine S/W-Kamera, kein rotes Logo. Ich konnte keine gebrauchten finden
    • Leica M10-R – 40 Megapixel CMOS (Farbe). (Ich meine auch mit Touch-Display?). gebraucht schwer zu finden
  • Leica M11 (seit 2022) – 60 Megapixel CMOS (Optional 36 und 18 Megapixel RAW), Kleinbild, Wifi, Bluetooth. Kein Bodendeckel mehr, direkter Zugang zum Akku. ab 5600 € zu finden, häufig um 6000 €
    • Leica M11-P – Saphirglas, Content-Credentials, dezentes Design. Ansonsten wie M11.
    • Leica M11 Monochrom – reine S/W-Variante der M11. Ohne rotes Logo, minimalistisches, schwarzes Design.
    • Leica M11-D – Die Variante ohne Display, hier wieder mit ISO-Rad auf der Rückseite.

Meine Wahl und Gedanken

Ich entschied mich zum Einstieg für eine Leica M8.

Sie war preislich erschwinglich (ich bekam sie für 1400 €) und nach viel Recherche mochte ich die Farben des CCD Sensors. Die DNG-Dateien mit 10 Megapixeln sind klein, schnell in Lightroom Classic importiert und, wenn die Belichtung passte, ohne weitere Bearbeitung fertig! Der Sensor ist nicht neutral – Kontraste, Farben – die Kamera hat einen Look. Viele bezeichnen es als Film-Look und vergleichen es es mit Kodak Portra. Der Sensor wurde von Kodak entwickelt aber zum Farbvergleich kann ich mangels Analog-Erfahrung nichts sagen.

Die Schwarz-Weiß-Fähigkeiten sind wegen der Infrarot-Empfindlichkeit richtig gut. Wenn ich weiß, dass ich S/W Fotografieren möchte, nehme ich den IR-Sperrfilter herunter und habe Spaß. Möchte ich Farbe fotografieren, muss allerdings so ein Sperrfilter drauf und das bedeutet, für jedes Objektiv ein passendes Sperrfilter kaufen – oder die Objektive nach Filterdurchmesser kaufen und dann immer umschrauben.

Es wird nicht meine letzte Leica M bleiben! Ich schiele auf eine Leica M9 oder Leica M-E Typ 220. Sie hat ebenfalls einen Kodak CCD Sensor aber im Vollformat. Meine vorhandenen 35 mm Objektive wären dann vermutlich weitwinkelig genug für mich. Allerdings sind diese Modelle gebraucht recht teuer mit an die 3500 € und man muss immer drauf achten, dass man einen Sensor ab ID 15 oder 16 bekommt weil ansonsten Korrosionsflecken zu erwarten sind.

Daher habe ich auch eine Leica M im Sinn, Typ 240 oder 262 ist mir im Grunde egal. Video nutze ich nicht aber ich muss nehmen, was der Gebrauchtmarkt bietet. Die Leica M ist bei vielen nicht so beliebt, weil das Gehäuse recht dick ist. Sie hat nicht die Eleganz der analogen Leica M Modelle oder der neuen ab der Leica M10. Dafür sind gebrauchte Leica M Modelle teils um 2200 € oder darunter zu finden und der Akku soll extrem lange halten wenn man Live-View und Video nicht verwendet. Als Foto-Kamera soll man Wochen mit einer Akku-Ladung arbeiten können.

Eine Variante ohne Display reizt mich ebenfalls. Die Leica M-D mit ihrem ISO-Rad auf der Rückseite oder eine Leica M10-D mit der Daumenstütze im Design eines Aufzughebels. Beide sind aber sehr schwer zu finden und wenn, dann zu sehr hohen Preisen.

Die Zeit wird zeigen, bei welchem Modell ich nochmal zuschlage und was mir der Spaß Wert ist. Vielleicht wird es auch einfach eine zweite Leica M8 als Backup? Ich lasse mich überraschen.

Nachtrag: Als ich fertig war und noch etwas suchte, fand ich diese Webseite, auf der die Historie der M-Modelle inklusive der analogen Modelle sehr schön aufgelistet wird.

3 Kommentare

  1. Ich lach mich gerade kaputt… im positiven Sinne !
    Boris und Leica… die M8 war auch meine Einstiegsdroge!
    Hab meine M8 und den ganzen Objektivzoo mal aus den Schrank gekramt und wieder reaktiviert. Das Wetter schreit ja im Augenblick nach Infrarot… das kann die ja ganz gut!
    Seit meinen beiden Augenop´s ( Grauer Star ) kann ich mit den Premiumlinsen jetzt ohne Brille
    wieder nah und fern perfekt schauen.
    Da kommt jetzt meine M8 wieder zum Einsatz.
    Die M8 hab ich schon seit fast 14 Jahre… konnte mich nie so wirklich von trennen.
    Bin mal drauf gespannt, wie das mit Leica bei dir so weitergeht…

    Viele Grüße aus der ostwestfälischen Provinz. ( Rheda-Wiedenbrück )

    Heinz Wille (Happy Shooting Hörer der ersten Stunde)

  2. Hi Boris,

    ich kann viele Gedankengänge von Dir sehr gut verstehen. ich hatte lange Jahre neben dem ganzen Canon-Geraffel ne Lumix GX9 mit einigen manuellen Linsen von Laowa, mit der das entschleunigte Arbeiten Spass gemacht hat. Über die Jahre hatten sich da dann doch einige Kritikpunkte angesammelt und da Panasonic mFT scheinbar einschlafen lässt bin ich dann bei Fuji fündig geworden. Die X-E5 ist quasi die GX10, die Panasonic nie bauen wollte. Dazu durchweg nur manuelle Linsen, meistens von Voigtländer. Und es macht nen Heiden-Spass damit zu fotografieren.

    Auf Leica habe ich auch immer mal wieder geschielt, aber bisher haben mich die Preisschilder dann doch immer wieder abgehalten. Für das, was für ne nackte M10 aufgerufen wird, bekomme ich die X-E5 und nen schönes Lineup an Voigtländer-Linsen von WW bis Tele dazu.

    Aber ich höre schon meinen Bekannten Jochen quasi sagen: Wenn du schon bei Voigtländer gelandest bist, dann ist der Sprung zum Leica-Body nicht mehr fern…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert