Adaptiert – Pentax-K an Micro-Four-Thirds


Ich hatte ja schon geschrieben, dass einer der großen Vorteile einer spiegellosen Kamera das geringe Auflagemaß ist. Einfach gesagt: Die Objektive sind nah am Sensor. Bei Spiegelreflexkameras sind sie weiter weg, weil da ja noch der Spiegelkasten im Weg ist.
Warum ist das nun ein Vorteil? Weil die Geräte und Objektive so etwas kompakter gebaut werden können und weil man mit einem simplem Abstandshalter alle Möglichen Adapter bauen – beziehungsweise kaufen kann :)
Ein Adapter für meine vorhandenen Canon EF-Objektive war naheliegend, funktioniert aber nur eingeschränkt – Fokuswege sind kurz und daher nicht immer präzise manuell einzustellen, Blende lässt sich gar nicht verstellen. Ein Adapter mit integrierter Blende hilft auch nur bei bestimmten Objektiven ein wenig weiter.
Nun lag in unserem Schrank aber noch eine alte analoge Kamera – eine RevueFlex AC2 :)

Tanja hatte schon gerne fotografiert als wir uns kennenlernten, sie verwendete dafür eine RevueFlex AC2, eine 35mm Spiegelreflexkamera. Und sie hatte dafür ein paar schöne Objektive – neben einem 50mm f∕1.7 auch ein 28mm f∕2.8 und irgendwo sollte noch ein Teleobjektiv liegen, das finden wir auch noch ;)
Wir mussten ein wenig suchen um herauszufinden, dass es eine AC2 ist – Die Bezeichnung, die vorne aufgedruckt war, ist nicht mehr zu lesen. Gebaut wurde sie wohl ab 1979 und irgendwo in diesem Bereich müsste sie auch gekauft worden sein von meinem Schwiegervater. Im Internet finde ich überall Bilder und Daten, die auf ein 50mm f∕1.4 im Kit hindeuten, bei Tanjas Kamera ist aber ein f∕1.7 dabei.

Die Idee, diese Objektive an der OM-D zu verwenden lag auf der Hand – aber was für einen Anschluss hatten die Objektive? Einen Adapter für Revue Flex sucht man vergeblich ;) Auf dem 50mm-Objektiv fand ich keinen Hinweis aber das 28mm verriet mir in einem Aufdruck: “for Pentax-K”. Perfekt.

Ich brauchte gar nicht lange suchen, Adapter für dieses Format an m43 gab es einige, es war nur eine Frage des Preises und der Lieferzeit. Auf einigen Stand, dass sie für Pentax PK wären, da ich dazu nicht genaues finden konnte, ging ich davon aus, dass es passen würde und bestellte für das Experiment den günstigsten Adapter und nahm dafür mehrere Wochen Lieferzeit in Kauf – Bestellt am 24. April, geliefert am 11. Juni.

Kürzlich traf er dann endlich ein und kam dann auch direkt zum Einsatz, als ich die Fotos meiner Voigtländer Bessa machte. Die folgenden Bilder entstanden mit der OM-D E-M1 und dem 50mm f∕1.7 der RevueFlex.
Das Revuenon 50∕1.7 hat einen tollen Schmelz bei Gegenlicht. Bei manchen Winkeln sehen die Flares nicht so schön aus, in vielen Winkeln erzeugt es aber ein tolles Glühen oder eine leicht dunstige Atmosphäre – man kann aber auch ganz normale und sehr perfekte Bilder damit machen, wenn man bei Gegenlicht etwas aufpasst oder mit der Hand abschattet, eine Streulichtblende fehlt mir für das Objektiv.
Der Adapter passt auf beiden Seiten exakt, keine Probleme, nichts klemmt, nichts wackelt.

Das tolle an den Objektiven ist, dass sie für manuelle Verwendung gebaut wurden. Der Fokus lässt sich butterweich über einen langen Weg einstellen, Fokus-Peaking an der OM-D ist dabei ein guter Ersatz für die Mattscheibe. Und natürlich haben die Objektive noch einen richtigen Blendenring! Fotografieren wie früher :)

Allerdings ist es mit dem Adapter keine Springblende. Verstellt man die Blende, sieht man den Effekt sofort. Das praktische an der OM-D: Man kann den elektronischen Sucher so einstellen, dass er keine Belichtungsvorschau anzeigt sondern das Bild automatisch verstärkt. Dreht man die Blende zu, nimmt die Schärfentiefe zu ohne dass das Bild dunkler wird – Jedenfalls solange nicht, wie die Kamera es noch schafft das Bild nachzuregeln.
Ich muss sagen, dass diese Objektive an der Olympus mehr Spaß machen als die Canon-Objektive, es fühlt sich richtiger an, vollständiger, weniger gebastelt. Ich bin mal gespannt, ob wir das Tele wiederfinden – An der Revue Flex wurden die meisten Bilder damit nichts, meistens verwackelt, an der OM-D gibt es eingebaute Stabilisierung, das wird ein Spaß :)

Leider weiß ich noch nicht, wie der Anschluss der Objektive für die Primar Reflex II heißt, die zu adaptieren wäre auch mal interessant – Damit müsste sogar ein Tilt/Shift möglich sein wegen des riesigen Bildkreises. Wenn jemand von Euch etwas genaueres weiß, schreibt doch einfach einen Kommentar oder nehmt Kontakt zu mir auf.






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