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Zeit – nach vorne zu Blicken

Krokusse begrüßen die wärmenden Sonnenstrahlen

Krokusse begrüßen die wärmenden Sonnenstrahlen

Ich habe mich in den letzten Tagen und Wochen immer wieder geärgert, aufgeregt – Ja, sogar einen Wutanfall bekommen, unter dem ein paar Packungen mit Papierhandtüchern leiden mussten. Letztes Wochenende ist mir das Fass dann übergelaufen und ich muss jetzt mal die Notbremse ziehen…

Politik an sich, noch mehr aber Politiker und auch Menschen da draußen, die sich als “das Volk” bezeichnen, haben mich meine Kinderstube vergessen lassen, haben meinen Puls an den Rand der Belastbarkeit gebracht und haben mich an so vielen Dingen zweifeln lassen, dass mein Wunsch an einer Mars-Mission teilzunehmen durchaus mehr als nur ein Witz war.

…Es ist an der Zeit, sich wieder auf die schönen Dinge zu besinnen, nach vorne zu schauen, nicht auf Probleme zu starren sondern Lösungen zu finden.

Ich habe keine Lust mehr auf politische Querelen und das beständige Gefühl, in diesem Land überhaupt keinen Einfluss mehr zu haben. Ja, ich gehe wählen, daran wird man mich nicht hindern können, allerdings nicht mehr weil ich an eine Lösung glaube sondern nur noch, weil ich das viel größere Übel irgendwie verhindern möchte.

Jeden Tag erschreckende Nachrichten – ganz besonders in den letzten Wochen. Politiker, denen ich persönlich jeglichen Bildungsgrad und Denkvermögen absprechen möchte, biologische katalytische Konverter deren Verhalten auf ein noch viel tieferes Niveau schließen lassen. Dazwischen Jugendliche die ihresgleichen verprügeln und dieses stolz auf Video aufzeichnen. Geistig verwirrte, die Futter mit Nägeln präparieren um Hunde oder Pferde absichtlich zu verletzen.

Richtig stinkig werde ich dann, wenn ich mitbekomme, dass meinem Umfeld bestimmte Themen völlig egal sind oder Skandale bagatellisiert werden.

Ich bin fertig.

Ich habe keine Lust mehr auf diesen Mist. Ich kann es anprangern, posten, teilen, mich aufregen, schreien, weinen – Nichts wird sich ändern. Gar nichts. Social Media und auch ein Blog wird von den Tätern – zu denen ich auch Politiker zähle – nicht gelesen. Was sie lesen, verstehen sie offenbar nicht oder falsch. Ein Dialog ist schon lange nicht mehr gewünscht und wird schon gar nicht gesucht. Warum also Zeit und Energie darauf verschwenden?

Menschen, die sich “christlich” bezeichnen, posten menschenverachtende und rassistische Beiträge. Einige von denen sind in der Politik tätig und manche nicht nur in kleinen Vorstadt-Kreisen.

Ich werde – und muss – da jetzt einen Strich ziehen. Ich werde weniger von diesen Nachrichten lesen und werde Tweets und Beiträge in anderen Medien von solchen Personen versuchen zu meiden, so gut es eben möglich ist.

Einige Themen interessieren mich weiterhin und ich werde mich, wie gehabt, informieren – Ich werde meinen Unmut darüber aber nicht mehr öffentlich kund tun. Warum auch? Ihr, die Ihr mir folgt, wisst das ohnehin schon alles. Mein direktes Umfeld prangert vermutlich dasselbe an wie ich auch. Wir müssen uns nicht gegenseitig auf die Schulter klopfen oder empört die Faust an unserem Smartphone heben.

Ich mache das jetzt anders.

Ich kann Dinge zur Anzeige bringen ohne darüber zu schreiben. Ich muss nicht jedem Folgen, nicht jeden Beitrag lesen, ich kann Beiträge melden oder aus meiner Timeline verschwinden lassen. Ich kann mir aussuchen, wem ich folge. Ich kann neue Menschen suchen, die statt zu schimpfen an Lösungen arbeiten, eine Hand ausstrecken oder über die schönen Dinge in unserem viel zu kurzen Leben berichten.

Ich möchte – nein, ich will – zurück ins Licht.

Kürzlich traten wir vor die Tür. Es war knackig kalt und ein frostiger Wind wehte aber die Sonne schien und ihre Leben spendenden Strahlen hatten schon die Kraft, diese Kälte zu durchdringen. Und was war das? Direkt neben dem Hauseingang streckten sich einige Krokusse diesem Licht entgegen. Ein bisschen wie beim bekannten Gemälde der Schöpfung.

Ein Krokus, zwei Kroki? Krokanten? Krokusse! Alles ist schöner mit Kuss, also eigentlich: Kroküsse :)

Ein Krokus, zwei Kroki? Krokanten? Krokusse! Alles ist schöner mit Kuss, also eigentlich: Kroküssesmile

Ein Moment der Ruhe kehrte ein, obwohl ich auf dem Sprung war. Ich schnappte mir die Kamera und machte ein paar Bilder von dieser Situation. Die Natur ist einmalig in ihrer Vielfältigkeit und Anpassungsfähigkeit, sie wird uns alle überleben und unsere Reibereien an mehr oder weniger willkürlich gezogenen Grenzen dürfte ihr nur allzu lächerlich erscheinen.

Ich hole tief Luft, mein Herz entspannt und ich entscheide: Meine Gesundheit geht vor. Ich muss den Kopf nicht in den Sand stecken um den Lärm zu ignorieren, ich kann aber entscheiden, wie ich mit den umgebenen Einflüssen umgehe.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Boris,
    ich sage da nur: willkommen im Club!
    Auch meinen Freunden und Bekannten geht es so wie Dir.
    Und wenn man dann als Arbeitgeber noch den sozialen Auftrag verwirklichen möchte, einen Flüchtling zu beschäftigen, lernt man auch noch die negativen Seiten der Bürokratie kennen.
    Bei mir reicht es im Augenblick leider nicht, mich mit der Kamera abzulenken. Ich will da gar nicht an die Belastung der vielen freiwilligen hilfsbereiten Menschen denken. Die sind für mich noch der einzige Lichtblick in den heutigen Zeiten.
    Keep cool und danke für Euren tollen Podcast!
    Torsten

    Antworten

  2. Hallo Boris,

    ich finde schon man darf nicht nachlassen auch mit den wenigen Mitteln die man hat weiter zu kämpfen für die Menschlichkeit, gegen Rassismus, letztendlich für den Frieden. Steter Tropfen höhlt den Stein. Bitte lass nicht nach in deinem Rahmen für deine Meinung einzustehen. Fotografie ist ein sehr schöner Ausgleich, ein Hobby eben. Wenn es um Menschenrechte geht darf man nicht wegsehen.

    Allzeit gut Licht!
    Kai

    Antworten

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