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Willst Du mit mir gehen? Ja, Nein, Vielleicht…

Olympus OM-D E-M1

Kennt Ihr auch diese Zettel aus Eurer Schulzeit? Ankreuzen, ob Du ihn/sie liebst oder nicht, mit Punkten bewerten, welche/n Klassenkameraden/-in Du mehr oder weniger toll findest? Voll kindisch, oder?

Finde ich auch – Darum habe ich das jetzt vor meinem letzten Kamera-Kauf auch getan und muss selbst über mich lachen smile Aber was sollte ich denn tun? Es gibt gerade so viele tolle Kameras da draußen, alle haben ihre Stärken und Schwächen. Ich tänzele nun schon sehr lange um die Idee einer neuen Kamera und ich wollte mich auf jeden Fall noch dieses Jahr, also 2014 entscheiden. Na gut, die Tatsache, dass ich noch einen Olympus-Gutschein in der Tasche bei mir trug, der nur noch 2014 gültig war, brachte mich zusätzlich etwas unter Zugzwang.

Was wollte ich denn eigentlich? Fotos machen, is‘ klar – das geht mit jeder Kamera. Ich hatte aber schon ein paar Dinge, bei denen ich meine Canon 5D immer wieder an die Grenzen fuhr. Also setzte ich mich hin und schrieb meine Prioritäten auf.

  • ISO Power. Es ging mir gar nicht so sehr darum, dass ich bei ISO 200k noch glasklare Bilder machen könnte. Meine 5D hat maximal ISO 1600, mit Erweiterung komme ich auf ISO 3200. Ende. Ich wollte mehr. Mindestens ISO 6400 die noch einigermaßen nutzbar sind, notfalls schwarz/weiß.
  • Bilder pro Sekunde. Meine 5D schafft irgendwas um 3 Bilder/s. Für Portraits kein Problem, bei Fotos von laufenden Pferden hätte ich gerne mehr Zwischenbilder um eine schöne Bewegungsphase wählen zu können. Natürlich geht das mit Übung, einem schnellen Auge und guter Reaktion auch mit der 5D aber warum sollte ich mir das Leben schwerer machen als nötig? 6 Bilder/s oder mehr währen schon gut.
  • Autofokus auch abseits der Mitte, schnell und zuverlässig. Keine Frage, die 5D ist schon toll, hat aber nur einen Kreuzsensor in der Mitte. Bei viel Licht kein Problem, bei wenig und schlechtem Licht in einer Reithalle oder am späten Abend bei Blitz-Portraits in der Dämmerung zeigen sich aber schnell die Grenzen und so richtig abseits der Mitte sind die Fokuspunkte auch alle nicht, was sich besonders bei kurzen Aufnahmeabständen zeigt, wenn man etwas am Bildrand fokussieren möchte.
  • Video. Ich möchte Video mit verschiedenen Objektiven machen können und habe extra keine teure Videokamera gekauft weil ich wusste, dass der Tag kommen würde, an dem ich mit einer modernen Fotokamera bessere Videos machen könnte.
  • Live-View und Lupe. Habe ich nie gehabt, gab es nie und habe ich daher nie vermisst. Bis es plötzlich Live-View bei digitalen Spiegelreflexkameras gab. Spielkram, habe ich gesagt, ich habe doch einen geilen Sucher! Bis ich mal eine Kamera mit dieser Funktion in der Hand hielt, ich auf das Display schauen konnte, das Motiv sogar vergrößern konnte und manuell eine perfekte Schärfe bei einer Makroaufnahme einstellen konnte. Mist, so leicht kann das sein? Und das funktioniert dank guter ISO-Leistung sogar beim Scharfstellen auf Sterne? Argh – will ich!
  • Bildstabilisator. Ich habe ein Stativ und ich setze es auch gerne ein für Langzeitaufnahmen oder Gruppenfotos. Bei Portraits, Landschaften, Reportage etc. bin ich eher spontan unterwegs und arbeite aus der Hand. Mein Canon 24-105/4L hatte mich angefixt – Bildstabilisator ist der Hammer, das will man haben. Natürlich hilft der nicht, wenn das Motiv sich bewegt aber selbst wenn man Mitzieher aufnehmen möchte, hilft die Stabilisierung in einer Richtung ein gutes Stück weiter. Man hat ein ruhiges Sucherbild, so dass man auch mit langen Brennweiten ganz entspannt komponieren kann, das habe ich bei meinem Canon 100-400 lieben gelernt.

Und nun? Welche Kamera kann möglichst viel von meinen Punkten abdecken? Ich erstellte mir eine Matrix und ließ die OM-D E-M1, die Sony A7s, eine Canon EOS 5Dmk3 und eine Canon EOS 7D antreten.

kamera-entscheidung-matrix

  • ISO. Die Sony A7s steckt sie alle in die Tasche, das glaube ich nach den Beispielen auch ohne es selbst ausprobiert zu haben.
  • Bilder/s. Die Sony und die 5D erliegen ihrem großen Sensor und sind eher träge, wobei ich das bei der Canon wegen des großen Spiegels noch verstehe, bei der Sony, die keinen Spiegel mehr hat, wundert mich das aber schon. Die E-M10 macht bis zu 10 Bilder/s, mit kontinuierlichem Fokus immerhin noch 6. Die 7D macht, je nach Einstellung, bis zu 8 Bilder. Ich weiß nicht, ob mit oder ohne kontinuierlichem Fokus, macht aber am Endergebnis kein Unterschied.
  • Autofokus. Die E-M1 war bei meinem Test schon sehr gut und erstaunlich schnell. Die anderen Kameras konnte ich nicht selber testen, ich vertraue da auf Aussagen im Netz, dass die 5Dmk3 und die 7D ein wirklich gutes AF-System haben. Über die Sony habe ich an vielen Stellen gelesen und gehört, dass der Autofokus bei bewegten Motiven nicht ganz überzeugen konnte. Ja, Hörensagen, aber was soll ich machen?
  • Video. Können sie alle. Keine Ahnung welche mehr oder etwas besser kann.
  • Live-View. Die Spiegellosen haben die Nase vorn, sie können das nämlich im Sucher und auf dem Display. Das ist bei sonnigem Wetter durchaus ein Vorteil wie ich selbst erfahren durfte.
  • Bildstabilisator. Klarer Punkt an die E-M1, die anderen benötigen dafür entsprechende Objektive. An die E-M1 kann ich fast jedes Glas adaptieren und habe ein ruhiges Sucherbild. Die Sony A7 II bekommt zwar auch einen eingebauten Stabilisator, der kommt aber nicht an die Qualität der Olympus heran, was ich in mehreren Beispielvideos sehen und in Reviews lesen konnte.

Fazit von diesem total lächerlichen und kindischen Experiment? Ich habe den Gutschein geschnappt und mir eine E-M1 geklickt. Das 12-40/2.8 kam als Pro-Kit mit dazu und Olympus packte dank einer laufenden Aktion den Hochformat-Batterie-Griff kostenlos mit dazu. Yeah.

Und nun? Ein zweites Objektiv sollte schon noch sein – aber nehme ich nun das cremige 75/1.8 oder das neue 40-150/2.8? Ein Sahnestück für Portraits bei einem Kleinbildequivalent von 150mm? oder doch lieber das Equivalent eines 80-300 für meine Pferdebilder auf Weiden und auf Reitplätzen? Einen Adapter für mein EF-Glas möchte ich eh haben, da könnte ich auch mit dem 85/1.8 Portraits machen, dank Fokuspeaking auch manuell. Ich werd noch bekloppt – Warum fällt es mir nur so schwer Geld loszulassen? bigsmile

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20 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Boris,

    Du fotografierst doch gerne mit den 85er auf der Canon, dann schau Dir doch auch mal das 45er von Oly an. Klein, leicht, lichtstark und eine tolle Abbildungsqualität. Oder aber das 42,5er von Panaleica. Frag dazu auch mal Paddy.

    Gruß Mark

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    • Das 42,5/1.2 hatte ich Gestern mal in der Hand. Das ist schon ein tolles Glas – hat aber auch einen recht ordentlichen Preis (und immer das Gefühl einen Stabi im Objektiv zu bezahlen, den man nicht braucht) :)
      Das 45/1.8 von Olympus ist preislich attraktiv und vermutlich die vernünftige Wahl, auch wenn es mich von der Abbildungsleistung bei Offenblende nicht vollends überzeugen konnte.
      Und wenn man schon Geld in die Hand nimmt, dann gibt es da auch noch die Voigtländer mit f/0.95 ;)

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  2. Wenn das 40-150 pro genauso geil wie das 12-40 pro wird, wäre es meine Wahl und steht auch ganz oben auf meiner virtuellen Wunschliste. Schau dir auch mal das 75-300 von Olympus an, auch ein schönes Teil für einen guten Preis. Gibt es häufiger als refurbished von Olympus auf ebay.

    Glückwunsch zu der Entscheidung, die sich ja schon länger angedeutet hat. ;-) Viel Spaß und Erfolg damit.

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  3. Hi Boris,

    ich habe mir gerade das Oly 45mm f1.8 für meine E-M10 gekauft und bin begeistert. Es ist günstig, sehr klein und leicht. Außerdem rattenscharf und schnell.

    Gruß Marco

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  4. Hallo Boris,
    Glückwunsch zur neuen Kamera.
    Ich hatte eine ganze Zeit lang das 45er 1.8 von Oly als Leihgabe während meiner Olympus Workshops. Ich fand das schon toll. Speziell unter Berücksichtigung der Leistung bei *der* Größe und *dem* Preis.
    Die umgerechnet 150mm des 75er sind mir persönlich für Portraits schon etwas lang, man muss weiter weg, das Gesicht wird etwas flacher.
    Oder man macht Gesichtsauschnitte.

    Aber andererseits bin ich eh kein richtiger Portraitfotograf, ich habe mir direkt das 17mm 1.8 als „Immerdrauf“ gekauft

    Guten Rutsch, Tom!

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  5. Hallo Boris,
    Du hast eine super Kamera völlig vergessen! Fuji X-T1. Dazu das 56mm 1.2 und Du bist der glücklichste Mensch ;-)
    Guten Rutsch, Micha

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    • Nicht wirklich vergessen. Die Fuji wurde mir auch mehrfach als Alternative genannt. Mein gedankliches Problem dabei ist der nicht vorhandene Sensor-Stabi. Wenn ich auf den verzichte, dann kann ich auch entweder eine Canon nehmen (und mein Glas weiter nutzen) oder eine Sony A7 nehmen (und den größeren Sensor haben). Die Fuji ist irgendwo dazwischen.

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      • Von Canon bekommst Du keine Kamera ohne Spiegel. Also, keine Brauchbare. Canon hat hier wohl etwas den Zug verpasst. Bei Sony bekommst Du keine Objektive, bzw. zu wenig Auswahl.
        Mit dem Stabi geb ich Dir Recht. Aber man kann halt nicht alles haben ;-)

        Viel Spaß mit Deiner Neuen und viele schöne Bilder.

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  6. Pingback: #388 – Der Hengst muss auch mal umgestellt werden | Happy Shooting – Der Foto-Podcast

  7. Ich habe das 45/1.8 schon seit einer Weile und liebe es. Kürzlich habe ich mir noch das 75/1.8 dazu gegönnt, da ich gerne Details fotografiere. Das ist noch ein ganz anderes Kaliber und für einige Motive tatsächlich zu „Tele-ig“, vor allem in Verbindung mit der Naheinstelldistanz. Und es ist halt für MFT Verhältnisse ziemlich viel Glas und durch Vollmetallausführung dadurch auch vergleichsweise schwer. Ich würde Dir zu dem 45/1.8 raten.

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    • Welche Naheinstellgrenze hat das 75/1.8? Das 45/1.8 ist für den Preis sicher nicht übel, ich fand es aber bei f/1.8 nicht wirklich sauber in der Abbildung. Das Panasonic 42.5/1.2 ist da eine andere Hausnummer – aber natürlich eine komplett andere Preisklasse O.O

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      • 0,84 m Naheinstellgrenze. Klingt nach nicht viel aber für Indoor habe ich mich schon einmal an der Grenze gestoßen. Was die Abbildung vom 45er angeht: ist mir bisher noch nicht negativ aufgefallen. Für den Preis auf jeden Fall „good enough“.

        Solltest du mal in Hamburg sein, sag gerne Bescheid, dann kannst du meine Linsen gerne mal durchspielen. Würde meinerseits gerne mal das 12-40 testen ;-)

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        • Wenn ich dann dran denke, sage ich natürlich Bescheid – einfach meine Kanäle (twitter / facebook / g+) im Auge behalten :)
          Mit dem 12-40/2.8 kommst Du so nah ran, dass die Streulichtblende schon fast das Motiv berührt

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          • Das 45er hat 50 cm Naheinstellgrenze. Das ist dann für Dich die Frage, ob sich das nicht zu sehr mit den 40 mm vom Zoom überschneidet. Aber 1.8 ist vom Freistellvermögen natürlich schon noch ein anderer Schnack.

  8. Nachtrag: Schau dir unbedingt die 9mm Fisheye-Lenscap an. Taugt durchaus mehr als nur als Spaßlinse und ist geradezu geschenkt.

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  9. Ich habe einen ähnlichen Weg hinter mir. Von einer 5DIII mit passenden L Objektiven hin zu einer kleinen Fototasche mit Sony a5000. Diese ist mein Versuchsballon gewesen. die 5000er wird durch die kommende a7000 ersetzt. Ein passendes Sony 10-22 hab ich auch und ein kleines Telezoom.
    Jetzt trag ich einiges an Gewicht weniger und das Fotografieren macht manchmal mehr Spaß. Die 5er behalte ich allerdings. diese zu verkaufen das lohnt sich nicht für mich.
    Und mit dem EF auf Sony Adapter kann ich mein lensbaby , mein 100er Makro an die kleine Sony hängen.
    Viele Grüße, Peter

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  10. Hallo Boris,

    auch ich kann das Olympus 45 1.8 nur empfehlen, neben dem Panasonic 20 1.7 mein Liebliengsobjektiv.
    Wenn es etwas teliger sein soll, dann schau auf jeden Fall auch mal das Sigma 60 2.8 an. Extrem günstig für die abgelieferte Qualität.
    Viel Freude mit der EM-1.

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  11. Hallo Boris,

    mich würde interessieren, warum du die Canon 6D nicht in Betracht gezogen hast. Sie ist etwas kleiner als die 5D III, damit etwas handlicher, bringt auch ausreichend Leistung mit. Sie wäre meine Wahl gewesen.

    Grüße
    Matthias

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    • Die 6D hat Canon ziemlich eingeschränkt, vermutlich um einen günstigeren Vollformat-Einstieg zu bekommen.
      Sie hat nur den einen mittleren Kreuzsensor (Autofokus), sie ist nicht wirklich schnell (Serienbild) – Beides Gründe meiner Liste.
      Hinzu kommt die meiner Meinung nach unsinnig eingeschränkte Bedienung: Die Knöpfe oben rechts sind bei der 5D-Serie doppelt belegt, so kann man einen Knopf drücken und dann mit Daumen- und Zeigefinger-Rad zwei Einstellungen schnell erreichen. Die 6D hat zwar zwei Einstellräder aber die Knöpfe sind nur einfach belegt. WTF?! :) So etwas mag ich nicht.

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