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Sony a9 – Rasantes Vollformat ohne Spiegel

Sony a9 (Foto: Sony)

Da ist sie, die Sony alpha 9 und sie bringt vor allem ein Feature mit: Geschwindigkeit!

Ich habe keine a9 zum Testen und konnte keine in den Händen halten, ich werde also nur kurz Fakten nennen und meine Gedanken zum Preis geben.

In Kürze: 20 Bilder pro Sekunde ohne Unterbrechungen/Black-Out im Sucher, schneller Autofokus mit Tracking inklusive bei diesem Speed. Stabilisierter 35mm Sensor (Vollformat) mit 24 Megapixeln. Dual-SD-Slot, 4K Video ohne Crop, Ethernet-Anschluss. Für $4500 bzw. €5300.

Da hat Sony, mal wieder, ein Brett hingelegt. Sie wollen damit wohl direkt in den Bereich der dicken Canon 1Dx oder Nikon D5 gehen. Zielgruppe Sport und Action, alles wo es auf Geschwindigkeit ankommt.

Funktionen

  • Ein neuer 35mm Sensor der mit 5-Achsen-Stabilisator versehen ist. Stabi im Gehäuse finde ich eh genial.
  • Neue Batterien die doppelt so lange halten sollen wie die alten.
  • Dual-SD-Slot (allerdings nur einer davon als UHS-II)
  • Ethernet-Anschluss(!) für den Datentransfer. Wurde von vielen Profis gewünscht.
  • Wifi und Bluetooth sowieso
  • Touch-Display mit Tilt-Funktion – kann also nach oben und unten geklappt aber nicht nach vorne geschwenkt werden. Sorry, dieses Biest ist nichts für Vlogger
  • 20 Bilder pro Sekunde, ohne Black-Out, mit Autofokus und Tracking. Ja leck mich… bigsmile Erste Videos vom Sony-Stand zeigen ein sehr stabiles Tracking, dass sich nicht so leicht vom Hintergrund oder vorbeilaufenden Objekten ablenken lässt. Das würde ich ja zu gerne mal ausprobieren

  • Der Autofokus und die Belichtung wird 60 mal pro Sekunde berechnet. Jesses.
  • Das alles leise und vibrationsarm, ich vermute also mit elektronischem Verschluss. Ein Verschlussgeräusch wird simuliert, damit man als Fotograf überhaupt ein Feedback bekommt, dieses lässt sich aber abschalten.
  • Kürzeste Belichtungszeit 1/32000. Uff smile
  • 693 Autofokuspunkte über 93% der Bildfläche verteilt. Einer der großen Vorteile von spiegellosen Systemen.
  • 4K Video aus der kompletten Sensorfläche ohne Crop. Es soll wohl ein 6K downsampling sein. Optional lässt sich in kleinen Stufen hinein zoomen bis zu Faktor 2, was dann einem 1-zu-1 Pixelgenauem 4K auf dem Sensor führen soll.

  • Full-HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde
  • Leider kein S-Log Modus. Hm. für professionelles Video also nur eingeschränkt zu empfehlen? (S-Log ist vergleichbar mit RAW für Fotos. Die Video-Aufnahmen sehen erst mal flau aus, haben aber viele Informationen die dann in der Bearbeitung über Color-Gradings und ähnliches genutzt und angepasst werden können)

Außerdem gibt es ein „Mein Menü“ um sich selbst die häufig genutzten Menüpunkte zusammenzustellen. Das Display wird bei 4K-Video nicht mehr gedimmt und auch sonst hat Sony wohl intensiv mit Profis gesprochen und auf sie gehört.

Die a9 hat ein kompaktes Gehäuse, ähnlich der a7 Serie. Die Objektive werden natürlich nicht wirklich klein – der große Sensor fordert etwas mehr Glas.

Action- und Sport-Profis schwärmen schon und ich kann es verstehen. Natürlich muss die Kamera erst mal im echten Einsatz zeigen was sie kann, wie robust sie ist und wie sie Wettereinflüsse wegsteckt.

Preisdiskussionen

Die Kamera soll, ohne Objektive, für $4500 in den Handel kommen. In Deutschland wird der Preis bei €5300 liegen. Ein neues Objektiv, ein 100-400mm mit Blende 4.5 bis 5.6 ist für €2900 vorgestellt worden.

Da schlucken erst mal viele und meckern über den hohen Preis, vergleichen die Kamera mit einer Fuji XT oder anderen. Haben sie Recht?

Ja und nein, sage ich.

Ja, weil es natürlich ein hoher Preis ist und ja weil der Preis sicher für viele zu hoch sein wird. Zu hoch, weil genau diese Fotografen nicht bereit sind das Geld auszugeben oder das Geld schlicht nicht haben.

Nein, weil der Preis nahezu irrelevant sein kann, wenn man ein Werkzeug wirklich für seinen Job benötigt. Wer einen Jahresumsatz von 80.000 Euro oder mehr hat, wird so eine Anschaffung leicht rechtfertigen können, wenn es für den Job wirklich sinnvoll ist. Ein einziges Werbeshooting für eine bekannte Marke kann die Anschaffung von einem oder mehreren neuen Gehäusen komplett finanzieren. Es ist also eine Frage der Relation.

Wer meckert denn über die Preise? Sind das alles Profis, die DIESE Kamera wirklich nutzen könnten? Das bezweifele ich mal. Ich würde sie gerne mal ausprobieren aber brauchen tue ich sie nicht für das was ich fotografiere. Ich würde mich über einen schnellen Autofokus und gutes Tracking freuen und es würde mir helfen, ich habe aber nicht genug bezahlte Aufträge um die Kamera dafür zu rechtfertigen.

Und das ist doch der Punkt, oder nicht? Wer als Profi zu Veranstaltungen gerufen oder gar für High-End-Werbeshootings gebucht wird, für den ist dieser Preis ein absoluter Schnapper! Die a9 will nicht mit einer Fuji XT oder einer Olympus OM-D konkurrieren, sie möchte eine Nikon D5 oder Canon 1Dx angreifen und diese liegen bei mindestens 5000 bis 6000 oder 7000 Euro, je nach Angebot. Die Sony hat dabei ein paar Qualitäten, die die dSLR nicht bieten. Wenn man genau diese braucht, muss man wohl nicht lange überlegen und die Kamera ist nach ein bis zwei Shootings bezahlt.

Ambitionierte Hobby-Fotografen sollten im Hinterkopf behalten, dass nicht jede Kamera am Markt für sie gedacht ist. Ich muss mir das auch immer wieder sagen wink Eine Canon 5D Mark IV ist mir persönlich zu teuer, weil ich nicht so viel Geld für eine Kamera ausgeben möchte. Ich habe aber auch nicht täglich bezahlte Shootings, ansonsten wäre der Preis am Ende völlig egal.

Mein Tipp: Einfach eine persönliche Grenze setzen. Was seid Ihr bereit für eine neue Kamera auszugeben? Was gibt Euer Budget her? Was verdient Ihr im Jahr mit Foto-Aufträgen? Wie lange soll die Kamera genutzt werden? Das kalkuliert man sich einmal durch und schaut dann viel entspannter auf die Entwicklung am Markt smile Denn bedenkt: Jede neue, teure Kamera wird in ein zwar Jahren eine ältere, günstigere Kamera werden wink

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Akku-laufzeit ist ja leider überhaupt nicht gut. 500 Bilder mit einem Akku … bei 20fps ist der ja gleich durch.

    Antworten

    • Du glaubst nicht wirklich, dass der Akku nach 500 Bildern im Dauerfeuer leer ist?
      Ich weiß nicht, wie diese „Bilder pro Akku“ gemessen werden, aber nicht sicher nicht mit „Auslöser festhalten“ :D

      Meine E-M1 frisst ja auch ordentlich Akku – wie alle spiegellosen – aber eine 16 GB Karte bekommt man durchaus mit einem Akku voll (oder mehr) wenn man die Kamera nicht den ganzen Tag eingeschaltet das Bild stabilisieren und die Belichtung messen lässt ;)

      Antworten

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