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Passepartouts – Genau hinsehen

Für dieses Jahr, 2017, habe ich mir ein Projekt ausgedacht: Jede Woche möchte ich eines meiner Fotos ausdrucken, rahmen und an die Wand hängen.

Ob ich das Projekt vollendet bekomme, hängt auch vom knappen Platz an der Wand ab wink

Natürlich geht es bei diesem Projekt darum, Fotos wieder eine Bedeutung zu geben, sich mit ihnen zu befassen, sie zu bewundern und durch sie immer wieder kleine Geschichten in Erinnerung zu rufen. Es geht aber auch darum, neues zu lernen und neue Routinen zu entwickeln – selber drucken auf verschiedenen Papieren mit verschiedenen Druckereinstellungen. Wie wirken verschiedene Papiere? Wie funktioniert ein Passepartout, welche Rahmen gibt es, worin unterscheiden sie sich und wie wirken sie?

In diesem Beitrag geht es um die Passepartouts, was das ist, wofür man es nutzen kann und warum man beim Kauf sehr genau hinsehen sollte

Passepartout

Ein Passepartout ist im Grunde auch nur ein Rahmen aus Papier oder Karton der wiederum in einen Bilderrahmen gelegt wird. So bekommt ein Foto also zwei Rahmen – Das Passepartout direkt um das Bild herum und den Bilderrahmen um dass Passepartout herum.

Wofür? Dafür kommen mehrere Gründe in Frage.

Das Passepartout ist normalerweise einfarbig, das gibt dem Auge beim Betrachten des Bildes etwas Raum bis zum Bilderrahmen. Man kann sich besser auf das Bild konzentrieren, der Rahmen lenkt nicht mehr so stark ab.

Ein anderer Anwendungszweck ist es, kleine Bilder in größere Rahmen zu bekommen. Das Passepartout füllt dann den freien Raum aus. So kann man jedes Bildformat für einen größeren Rahmen passend machen. Das kann zum Beispiel für Panoramen praktisch sein.

Oder man möchte mehrere Bilder in einem Rahmen präsentieren, in diesem Fall kann ein Passepartout auch mehrere Öffnungen haben.

Flach oder plastisch

Die einfachste Version des Passepartouts ist ein normales Blatt Papier in das man ein rechteckiges Loch schneidet. Vielen einfachen Bilderrahmen liegen solche Blätter bei mit aufgedruckten Schnittlinien oder sogar perforiert.

Eleganter sind aber die Versionen aus dicker Pappe – 1,5 mm oder 2 mm dick geben sie dem Bild im Rahmen mehr Tiefe und Plastizität. Das hat allerdings einen kleinen Haken: Bei solch starken Kartons wirkt es nicht mehr, wenn der Ausschnitt für das Bild einfach gerade herausgeschnitten wird. Deutlich eleganter sieht es aus, wenn die inneren Kanten schrägt geschnitten werden, so dass sie sich zum Betrachter hin öffnen und zum Bild hinführen.

Manche Rahmen bei Händlern haben solche Passepartouts mit Standardmaßen, sie sind nicht selten aber man muss schon genau hinsehen beim Kauf. Es hängt auch nicht zwingend am Preis, manche günstige Rahmen haben solche dicken Passepartouts, manch teurere und aufwendigere Rahmen dagegen nicht.

Qualität

Selbst wenn ein dickes Passepartout mit schrägen Kanten im Rahmen verkauft wird, ist das noch kein Grund blind zuzugreifen. Ich bin tatsächlich erschrocken, was für Schlampereien verkauft werden!

zu groß

Da wäre zum Beispiel das Innenmaß. Wenn es mit 9 × 13 cm angegeben ist würde ich als Käufer auch einen Ausschnitt von 9 × 13 cm erwarten, richtig?

Ja, gut mitgedacht – Wenn man ein 9 × 13 cm großes Bild verwenden möchte ist es extrem sinnvoll wenn das Passepartout ein klein wenig enger geschnitten ist, ein bis zwei Millimeter an jeder Seite kürzer und schon lässt sich das Foto im Passepartout besser befestigen.

Nun hatte ich aber auch Passepartouts in den gekauften Rahmen, die tatsächlich ein klein wenig größer waren als angegeben. Entweder auf einer oder an beiden Seiten. Blöd gelaufen wenn man nicht selber druckt und somit die Größe des Fotos nicht selbst bestimmen kann.

schief

Etwas wirklich schlimmes hatte ich bei einem anderen Rahmen. Beim Kauf flüchtig geguckt, jawohl, ein dickes Passepartout, möchte ich haben, gekauft. Zu Hause, ein paar Wochen später, ein Foto gedruckt, zugeschnitten, Rahmen ausgepackt und … was ist das?

Schiefes Passepartout in einem gekauften Rahmen. Man beachte z. B. die obere Kante.

Irgendwie sah das Bild im Rahmen schief aus! Erster Verdacht: Ist das Passepartouts, dessen Außenmaße immer etwas kleiner sind als der Rahmen aufnehmen kann, verkantet oder schräg verrutscht? Also noch mal raus aus dem Rahmen und genau hingeschaut.

Fakt: Das Passepartout war schief geschnitten! Eine lange Seite verlief nicht parallel zum äußeren Rand. Ich rede hier nicht von der Dicke eines Haares sondern von einer sichtbar schrägen Linien. So etwas wird im Handel verkauft.

Also bitte vorm Kauf ganz genau hinsehen und auf alles gefasst sein. Nur weil es bei einem Händler im Laden liegt bedeutet das nicht, dass es auch gut ist.

Farbe

Aktuell arbeite ich mit weißen Passepartouts, was wohl auch am häufigsten zu finden ist. Ich habe aber schon schwarze, graue und auch bunte Passepartouts gesehen.

Mit den gefärbten habe ich allerdings ein Problem: In den allermeisten Fällen ist der Karton nicht durchgefärbt, nur die Oberfläche hat eine Farbe. Das bedeutet, dass die schrägen Innenkanten wieder weiß sind. Das mag nun je nach Bild und Verwendungszweck witzig bis elegant aussehen, ich persönlich finde das für meinen Anwendungsfall nicht so hübsch.

Die weißen Kartons sind nicht gefärbt sondern erhalten ihre Farbe durch das Material, sie sind also durch und durch von derselben Farbe. Wobei weiß nicht gleich weiß ist. Wie bei der Beleuchtung gibt es auch beim Karton verschiedene Variationen von kalt-weiß bis warm-weiß. Ein richtig knackig, kaltes weiß, fast schon ins bläuliche finde ich allerdings nur schön in einem ebenso weißen oder in einem richtig schwarzen Rahmen. Vielleicht noch in einem grauem Rahmen – Der Rahmen sollte also relativ zum Passepartout neutral sein oder, alternativ, eine richtig knackige Farbe haben.

Zu den meisten meiner Fotos passen allerdings die eher warmen Karton-Töne. Allerdings sieht ein warm-weißer, leicht ins gelbliche gehender Karton in einem strahlend weißen Rahmen ziemlich blöd aus smile Kein Problem, da ich ohnehin eher auf verschiedene Holztönungen, Landhaus-Stil oder Shabby-Look stehe smile

Fazit

Es sollte zusammen passen, nicht nur von der Größe sondern auch von der Färbung. Wenn der Rahmen selbst das Bildmotiv gut unterstützt, dann sieht es auch ohne Passepartout sehr gut aus. Wenn man ein Passepartout verwenden möchte um ein Bild vom Rahmen zu separieren oder um ein ungewöhnliches Format in einen größeren Rahmen zu bekommen, dann sollte die Farbe des Kartons zum Bild und zum Rahmen passen um unauffällig zwischen beiden zu vermitteln und dem Auge des Betrachtes einen Ruhepol zu bieten ohne selbst Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Aktueller Stand meines “Eingerahmt”-Projektes

Bei sehr kleinen Rahmen ist ein Passepartout technisch möglich, sieht aber streckenweise schon merkwürdig aus. Das Foto wird dann noch winziger und geht gerade in einer Gruppe von Bildern fast zwischen den Rahmen verloren. Ich habe einige solcher Bilder an der Wand und werde damit sicher weiter experimentieren – Einige Bilder werde ich aber vermutlich noch mal größer drucken und ohne Passepartout in den Rahmen legen.

Selber schneiden

Außerdem werde ich mal lernen, wie man so ein Passepartout selbst schneidet. Ich habe ein paar Panoramen und auch andere Fotos die kein Kleinbild-Standardformat abbilden. Sei es ein 4:3-Format der Olympus, das quadratische Format der Mittelformat oder künftig das 4:5-Format der Großformat-Kamera. Warum also nicht einfach etwas Karton besorgen und sich passende Ausschnitte selbst anfertigen?

… Fortsetzung folgt wink

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  1. Pingback: Passepartouts selber schneiden | Ansichten

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