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Objektiv zerstört – Historie der Reparatur

Meine Olympus OM-D E-M1 habe ich damals inklusive dem 12-40mm f/2.8 Pro Objektiv gekauft. Ein tolles Objektiv und vor allem für meine Vlogs ist es ein tolles Objektiv – Weitwinklig, geringe Naheinstellgrenze, lichtstark…

Ich hatte es in einem Augenblick der leichtsinnigen Unachtsamkeit zerschmettert und es dann zur Reparatur geschickt. Wen es interessiert wie es dazu kam und wie so ein Fall bei Olympus abläuft, der liest einfach weiter smile

Wie es zerschellte

Das Objektiv musste schon einiges aushalten, die mitgelieferte Streulichtblende hat so manchen Stoß abgefedert. Doch dieser letzte Stoß, der Sturz, war dann doch zu viel. Die Kamera purzelte aus meiner Tasche, ja ich war sehr ungeschickt, und blieb mit einem kurzen aber satten *schmack* genau dort auf der Kante der Steinstufe liegen wo sie aufgeschlagen war. Kein Poltern, kein Trudeln, einfach nur *schmack* und liegen. Da war mir klar: Da musste etwas passiert sein!

Vorsichtig hob ich die Kamera mit angesetztem Objekt auf und sah schon die Bescherung. Das Objektiv war am Bajonett aufgebrochen, ich konnte ins Objektiv hineinsehen, ein Flachbandkabel schaute mich neugierig an. Uff.

Es war immer noch mit der Kamera verbunden, ließ sich aber ganz normal entriegeln und lösen. Die Kamera hatte nichts abbekommen, das Objektiv hat sich sozusagen geopfert und den Schmerz auf sich gezogen.

Rein von den Kosten her hat das Objektiv alles richtig gemacht, es ist günstiger als die Kamera. Allerdings war ich gedanklich näher dran einen neuen Kamera-Body zu kaufen als das Objektiv zu ersetzen wink

Ja gut, half ja nichts und sich ärgern macht das Objektiv auch nicht ganz. Also Luft geholt und die nächsten Schritte überlegt.

Reparatur Service Olympus

Über die Olympus-Webseite kann man einen Service-Fall anlegen. Dort beschrieb ich den Schaden, reichte Fotos ein und schickte den Reparaturauftrag ab. Ich erhielt darauf hin ein PDF zum Ausdrucken. Eine Seite sollte mit ins Paket, das andere konnte zur Beschriftung des Pakets genutzt werden.

Es war kein kostenloser, also von Olympus bezahlter Versand. Daher musste ich bei der Post noch einen normalen Paketzettel ausfüllen. Das hätte ich vorher wissen können, dann hätte ich das gedruckte Papier nicht erst zuschneiden und aufkleben brauchen wink

Das Objektiv habe ich dann, obwohl kaputt, so gut wie nur möglich gepolstert ins Paket gelegt. Luftpolsterfolie außen herum, Streulichtblende angesetzt als zusätzlicher Schutze für Stöße von vorn und das Objektiv noch mal ordentlich in geknülltes Zeitungspapier gerollt.

Das alles, vom Crash bis zum Verpacken, geschah am Samstag, den 22. Juli 2017. Nur zur Post schaffte ich es an diesem Tag nicht mehr.

Ersatz musste her

Noch am selben Wochenende schaute ich mich um. Was sollte ich als Ersatz nehmen solange das Objektiv auf Reisen ist? Gar nicht so einfach.

Ein 12-40/2.8 Pro war bei Olympus direkt gar nicht zu bekommen, nicht lieferbar. Bei Amazon fand ich ein Exemplar für knapp unter 900 Euro. Da ich noch davon ausging, dass mein Objektiv günstiger repariert werden könnte, war dies keine Option.

Alle Objektive, die deutlich günstiger waren, hatten keine durchgehende Lichtstärke. Für die Fotografie mag ich variable Offenblenden nicht. Für Video, also für meinen Vlog ist mir das allerdings egal! Hier stelle ich eine gewünschte Belichtungszeit ein und den Rest regelt die Kamera automatisch. Bei viel Licht wird ohnehin stark abgeblendet, was nutzt mir also ein f/2.8 wenn die Kamera es ohnehin nur selten nutzt?

Nun stand mir ein breites Angebot offen, hauptsächlich von Panasonic und Olympus. Diverse Variationen von Zoom-Bereichen und Offenblenden. Sollte ich gleich etwas richtig weitwinkeliges nehmen, ein 7-14mm? Zu teuer. Ein 9-18mm? Möglich, am Ende aber doch etwas unflexibel. Ich habe beim Vlog schon häufiger mal auf die 40mm gezoomt.

Im Zoom-Bereich ab 12mm gibt es eine breite Palette an Objektiven:

  • Panasonic 12-32/3.5-5.6 – um 300,- Euro, interessant.
  • Pansonic 12-35/2.8 – Markpreis um 800+ Euro.
  • Olympus 12-40/2.8 – siehe oben, über 800 Euro
  • Olympus 12-50/3.5-6.3 – um 400 Euro
  • Panasonic 12-60/2.8-4 – um 1000 Euro, indiskutabel
  • Panasonic 12-60/3.5-5.6 – um 450 Euro
  • Olympus 12-100/4 – um 1300 Euro. Uff. Der Range wäre aber cool!

Und natürlich gab es einige Zooms ab 14mm zu interessanten Preisen, teils deutlich unter 300 Euro. Diese 2mm machen aber wirklich einen Unterschied! Die 12mm wirken wir ein 24mm am Kleinbild, die 14mm schon wie ein 28mm. Zum vloggen hätte man lieber mehr Weitwinkel, also lieber 10mm als 12mm, sicher aber keine 14mm… OK, zur Not ginge das auch mal.

Ich suchte, verglich Preise, bekam leider nur wenig Feedback zu den anderen Objektiven und so wurde es am Ende ein Olympus 12-50mm f/3.5-6.3, weil ich es bei Amazon für knapp über 200 Euro fand! Damit lag es Preislich ähnlich wie die günstigen 14-x Objektive, ich hatte meinen Weitwinkel und optional einen Motorzoom, wer weiß wofür es gut ist smile

Streulichtblenden aus Gold

Das Olympus 12-50mm hat ein Bajonett für eine Streulichtblende die nicht im Lieferumfang enthalten ist. Das prangere ich bei allen Herstellern an! Warum? Legt jedem Objektiv eine passende Streulichtblende bei! Sie schützt vor Stößen, sie verbesserte Kontraste bei Streulicht und im schrägen Gegenlicht.

Egal, ich wusste es vorher und wollte direkt eine passende Blende, eine LH-55B in den Warenkorb legen als mir kurz das Blut gefror: WAS sollte die Streulichtblende kosten? 36,- Euro über Amazon – und das wäre ein echter Schnapper denn bei Olympus selbst kostete es fast 55,- Euro.

Fünfundfünfzig Euro? Ich begann zu zweifeln, ob die Streulichblende bei Olympus aus Kunststoff oder aus schwarz mattiertem Gold gefertigt würde…

Der Atemreflex setzte zum Glück wieder ein und ich bestellte eine Alternative eines Drittanbieters für etwas über 10 Euro. Man muss ja nicht jeden Quatsch mitmachen.

Olympus, ich mag Euch wirklich und ich glaube, dass die Kameras und die Objektive ihr Geld wert sind. Ich glaube aber auch, dass Ihr es nicht nötigt habt, diese Spiel mit den meiner Meinung nach völlig überzogenen Zubehörpreisen mitzuspielen. Überlasst das gerne den anderen und setzt mal ein Zeichen:

Streulichtblenden gehören dazu, Punkt. Ein Ersatz bei Verlust oder Beschädigung sollte vielleicht 5-10 Euro kosten, Fertig.

Kurze Historie: Beides bestellt am Sonntag, 23.07.2017. Am Dienstag, 25.07. war die Streulichtblende da (Händler, nicht Amazon). Das Objektiv selbst (Prime Bestellung) folgte verzögert am Donnerstag, 27.07., Amazon Prime war schon mal besser.

Historie der Reparatur

Samstag, 22.07.2017 – Crash, Suche auf der Olympus-Webseite, Support-Fall angelegt mit Beschreibung und Fotos, Paket gepackt.

Montag, 24.07.2017 – Paket zur Post gebracht und Objektiv an Olympus geschickt

Mittwoch, 26.07.2017 – Laut DHL-Tracking ist das Objektiv bei Olympus angekommen.

Montag, 31.07.2017 – Da ich nichts von Olympus gehört habe, schaue ich auf der Olympus-Webseite meinen Fall an. Dort wird der Fortschritt vereinfacht dargestellt. Ich kann dort sehen, dass mein Fall dort erst am Freitag, 28.07.2017 registriert wurde und für den selben Tag der Posteingang bestätigt wurde. Merkwürdig, erklärt aber, warum ich noch nichts von Olympus gehört habe.

Donnerstag, 03.08.2017 – Ich komme endlich dazu bei Olympus anzurufen. Sehr freundlicher Kontakt. Er schaut nach, findet meinen Fall und sagt, ich hätte per E-Mail am 1. August, also Dienstag, einen Kostenvoranschlag bekommen, zumindest ist die E-Mail bei Olympus rausgegangen, sagt er. Ich habe keine Mail bekommen und auch der Spam-Ordner enthält nichts von Olympus. Er schickt die Mail nochmal und sie erreicht mich wieder nicht. Ich gebe eine alternative Adresse an und siehe da, die Mail kommt an und ich bestätige den absolut fairen Kostenvoranschlag.

Es handelt sich um ca. 115 Euro für die Reparatur. Da meckere ich nicht.

Freitag, 04.08.2017 – Ich kann auf der Webseite sehen, dass mein Objektiv bearbeitet wurde und mir nächste Woche zugeschickt werden soll

Montag, 07.08.2017 – Olympus ruft mich an wegen meiner E-Mail bezüglich der nicht zugestellten Mails und dem Vorgang an sich. Ich gebe den Hinweis an die Technik nochmals durch. Ich erfahre außerdem, dass das Objekt Heute (Montag) verschickt wurde und voraussichtlich am Dienstag bei mir sein soll – Per Nachnahme! Immerhin gab es noch einen kleinen Rabatt, so dass am Ende knapp unter 60 Euro übrig blieben smile Danke.

Ist Nachnahme echt noch ein Ding? Ich habe bei Olympus eine E-M1, zwei Pro-Objektive und das Makro gekauft… Keine Rechnung? OK, aber auch keine Möglichkeit für Kreditkarte? Bankeinzug? Nichts? Die Hotline sagt mir, dass sie ausschließlich per Nachnahme verschicken bei solchen Reparaturen. *seufz* Nun muss ich also zu Hause sein wenn das Paket kommt und kein Nachbar kann es entgegen nehmen. Das wird sicher nicht passieren also wird das Paket wohl zur Poststelle kommen und ich kann es dann dort abholen… hoffentlich geht das ohne Bargeld…

Alles gut

Ich kam zur Poststelle und hätte mit Karte bezahlen können – Da das aber Aufwand ausgelöst hätte und die Technik an der Kasse immer mal wieder streikte, wählte ich das vorsorglich eingesteckte Bargeld wink

Das Objektiv ist wieder wie neu smile Glänzt, passt, funktioniert, als wäre nie etwas daran passiert. Ich freue mich smile

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Boris! Danke für den Bericht. Ich habe ein 12-50 aus dem Kit und will mir zusätzlich das 12-40 Pro kaufen (hat mich bei einem mehrtägigen Test absolut überzeugt). So ein überzeugender Service von Olympus ist da ein zusätzliches Argument.

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