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Lightroom Alternative – Skylum (AKA Macphun) Luminar

Ich habe mir Macphun Luminar Neptune angesehen, Version 1.2.2. In dieser Version gibt es keine Dateiverwaltung (DAM) sondern ausschließlich den RAW-Entwickler und Editor. Ein DAM soll 2018 folgen (Video Teaser) – nicht nur, aber wohl auch wegen Adobes aktuellem Geschäftsmodell.

Macphun heißt nicht zufällig so, das Unternehmen hatte sich in der Vergangenheit auf Software für den Mac spezialisiert. Inzwischen entwickeln sie auch für Windows und so kündigten sie kürzlich an, dass sie ihren Namen ändern werden: Aus Macphun wird Skylum.

Achtung: Wenn Ihr Euch auf der Luminar-Webseite umschaut und die Videos anseht, könnte man den Eindruck bekommen, die Software bietet hauptsächlich Filter um möglichst einfach aus einem guten Bild ein übertriebenes HDR-Look-Clown-Kotze-Ergebnis zu bekommen bigsmile Aber Entwarnung: Man kann die Filter auch viel zurückhaltender einsetzen und auch normale Bilder entwickeln wink

Nun gut, der RAW-Entwickler heißt Luminar, die aktuelle Version zum Zeitpunkt meines Tests war 1.2.2 und hörte auf den Namen Neptune. Könnte dieser RAW-Editor ein Ersatz für Lightroom sein?

Stapelbearbeitung

Man kann ein einzelnes Bild öffnen um es dann zu bearbeiten und zu exportieren. Oder man kann eine Stapelverarbeitung starten.

Mit der Stapelbearbeitung kann man mehreren RAW-Dateien ein Preset zuweisen und diese exportieren

Für die Stapelbearbeitung öffnet sich ein Dialog in den man RAW-Dateien per Drag&Drop ziehen oder über einen Dateidialog auswählen kann. Die Bilder werden als kleine Vorschau angezeigt und man kann einzelne Bilder auch wieder aus dem Stapel entfernen.

Export-Einstellungen für den Stapel

Im nächsten Schritt sieht man die Export-Einstellungen für den Stapel. Links kann man aus gespeicherten Einstellungen wählen. Ändert man etwas an den Parametern, kann man sich diese als eigenes Preset speichern.

Stapelbearbeitung bedeutet konkret: Nimm eine Anzahl an RAW-Dateien, die irgendwo gespeichert sein können, wende ein Bearbeitungs-Preset auf alle diese Bilder an und exportiere das Ergebnis in ein Zielverzeichnis.

Die dafür wichtigsten Parameter sind vorhanden. Nur der Sinn erschließt sich mir nicht gänzlich – Ein Preset für alle Dateien? Das müssen dann schon sehr ähnliche Bilder sein damit das zu guten Ergebnissen führt… oder man möchte einfach nur einen Instagram-Look über alle Bilder legen wink

Ich gehe mal davon aus, dass das 2018 mit dem DAM etwas sinnvoller wird? Das bleibt abzuwarten.

Einzelbild

Ich werfe also einen intensiveren Blick auf den eigentlichen RAW-Entwickler mit dem ich überhaupt mal zu eigenen Presets kommen kann, die ich dann bei der Stapelbearbeitung anwenden könnte smile

Der Bearbeitungsmodus mit eingeblendeter Preset-Leiste (unten)

Groß wird das gewählte Bild dargestellt. Rechts findet man die Bearbeitungswerkzeuge, hier Ebenen und Filter genannt. Unten können Presets eingeblendet werden, wobei jedes Preset als Vorschau dargestellt wird. Klickt man ganz rechts unten auf den Kreis, öffnet sich eine Auswahl mit Kategorien in denen die Presets abgelegt sind. Eigene Presets landen unter „Benutzer“.

Bedienung

Es gibt keinen Einstellung-Dialog, der am Mac über cmd+, erreichbar wäre. Stattdessen rotiert man das gewählte Bild mit cmd+, um 90° – mit cmd+. in die andere Richtung. Keine Einstellungen? Respekt. Gut, wenn es nicht notwendig ist…

Zoomen kann man mit der Pinch-Geste auf dem Touchpad und das geht verdammt schnell. den Ausschnitt kann man mit zwei Fingern auf dem Touchpad verschieben, ebenfalls sehr flott. Scheint jedenfalls so, denn es wird getrickst: Beim Zoomen und Verschieben wird das Bild in geringerer Auflösung dargestellt und wenn ein paar Bearbeitungen vorhanden sind, dauert es ein paar Sekunden bis es wirklich scharf ist. Präziser kann man mit den Buttons in der Toolbar oben links zoomen – Ein Klick und man ist bei 100%, noch ein Klick und das Bild wird wieder komplett dargestellt.

Mit der # Taste bekommt man schnell die Vorher-Ansicht. Drückt man # sieht man das Bild ohne Bearbeitungen, lässt man sie wieder los, hat man wieder den aktuellen Stand. Praktisch.

Ebenen und Arbeitsbereiche

Luminar erinnert an eine Mischung aus Lightroom und Photoshop. Zum einen gibt es Einstellungswerkzeuge, ähnlich wie bei Lightroom. Zum anderen stellt man sich diese Werkzeuge wie in einem Stapel selbst zusammen – das erinnert an die Einstellungsebenen von Photoshop.

Luminar geht aber noch einen Schritt weiter: Auf einer Ebene legt man sich mehrere Filter an, so heißen die Werkzeuge oder Regler hier. Von solchen Ebenen kann man wiederum mehrere haben. Das ist in der Tat ein wenig komplex und verwirrend.

Verschiedene Ebenen-Typen

Denkt man in Lightroom-Logik, so baut man sich bei Luminar eine Nachbearbeitungsebene mit allen notwendigen Filtern. Fertig.

Man kann aber nun mehrere solcher Ebenen kombinieren. Einfach eine neue Ebene erstellen, Filter dazu packen und dann einstellen, wie diese Ebene mit der darunter liegenden verrechnet werden soll (blend mode). Das ermöglicht ein paar sehr interessante Dinge, die so mit Lightroom nicht machbar sind.

Man kann auch eine Bildebene einfügen um so ein anderes RAW dazu zu mischen. Compositing ist dann über Masken möglich. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt – allerdings kostet jede zusätzliche Ebene Platz und Zeit, schneller wird das Programm nicht mit vielen Ebenen wink

Außerdem etwas unglücklich gelöst: Stellt Euch vor, Ihr habt 3 Ebenen angelegt und jede Ebene hat verschiedene Einstellungen oder zum Beispiel einen Austausch-Himmel… nun klickt Ihr auf die unterste Ebene, um dort etwas am Kontrast zu verändert – Nun werden aber die darüber liegenden Ebenen deaktiviert! Ihr könnt zwar Änderungen vornehmen und anschließend wieder auf die oberste Ebene klicken, damit wieder alles sichtbar wird, es ist aber nicht möglich an der untersten Ebene etwas zu verändern und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Gesamtergebnis zu beurteilen. Das wirkt irgendwie nicht schlüssig und stellt die Arbeit mit den Ebenen für mich in Frage.

Auch merkwürdig: Man kann seine Einstellungen als Preset abspeichern – allerdings immer nur die Einstellungen einer Ebene! Habt Ihr also mit Filtern auf mehreren Ebenen ein tolles Ergebnis, lässt sich diese Bearbeitungskette nicht als ein Preset abspeichern – Ihr müsstet jede Ebene als eigenes Preset ablegen… Ein Preset beinhaltet nur Filter einer Ebene, keine Ebenen an sich.

Der Vorteil an diesem Konzept: RAW laden, ein Preset für Helligkeit/Kontrast laden, neue Ebene anlegen, ein Preset für eine S/W-Konvertierung laden, noch eine Ebene anlegen und ein Preset für Schärfung und Vignette laden… Dann ergibt dieses Vorgehen Sinn. Man muss es sich nur vorher verinnerlichen und seine eigene Arbeit in solche logischen Schritte aufteilen.

Arbeitsbereiche

Für jede Ebene kann man sich Filter nach Wunsch zu einem Arbeitspaket zusammenstellen

Auf jeder Ebene stellt man sich einen Arbeitsbereich zusammen. Ein Arbeitsbereich ist eine Liste von Filtern. Bei Lightroom gibt es auch die verschiedenen Werkzeuge für Weißabgleich, Belichtung, Lichter/Schatten, Kurven, etc. Jedes dieser Werkzeuge ist bei Luminar ein Filter – und davon gibt es reichlich!

Es gibt viele Filter zur Auswahl. Zu jedem Filter kann eine Erklärung eingeblendet werden

Hinzufügen von Filtern ist einfach: Button klicken und aus der dann erscheinenden Liste einen Filter auswählen. Die Filter sind in Kategorien sortiert zum schnelleren Wiederfinden und wählt man einen Eintrag aus, sieht man eine kurze Erklärung – Hilfreich. Auch toll: Man kann mit dem Suchfeld auch schnell einen Filter nach Namen finden. Einfach auf „Alle“ gehen und ins Suchfeld „Vign“ tippen und schon ist der Vignette-Filter da – das klappt sogar mit Synonymen: Ich suche nach “rausch” und finde den “Körnung”-Filter smile

Im Gegensatz zu Lightroom kann man hier jeden Filter auch mehrfach in den Arbeitsbereich ziehen! Das ist vermutlich nicht für jeden Filter sinnvoll, aber stellt Euch mal vor, Ihr könntet zwei Kurvenwerkzeuge kombinieren um so kleine Korrekturen vorzunehmen ohne die Hauptkurve zu verändern?

Ganz besonders interessant wird das, weil man jeden Filter mit einer Maske versehen kann um den Filter nur auf bestimmte Bildteile wirken zu lassen. Dazu gleich noch mehr.

Hat man sich einen Satz an Filtern zusammengestellt, kann man diese Zusammenstellung als eigenen Arbeitsbereich abspeichern. So kann man jederzeit schnell wieder genau diese Liste an Filtern bekommen. Man kann sich z.B. eine Zusammenstellung machen, die sehr an Lightroom erinnert, wenn man das möchte.

Aber Vorsicht: Hat man Einstellungen an den Filtern vorgenommen und wählt dann einen anderen Arbeitsbereich, sind alle Änderungen futsch! Man kommt aber mit cmd+z wieder zurück – Puh smile

Masken überall

Es gibt keine Trennung zwischen globalen Anpassungen und lokalen Korrekturen. Jeder Filter kann eine Maske bekommen um die Wirkung auf einen Teilbereich des Bildes zu beschränken. Einfach den Pinsel oder das Verlaufswerkzeug wählen, dann den Filter markieren und im Bild zeichnen, schon malt man eine Maske die dann als kleine Vorschau am Filter dargestellt wird. Man kann die Maske auch invertieren oder löschen etc.

Und weil es so schön ist, gibt es auch für jede Ebene eine Maske. Möchte man also eine ganze Reihe an Einstellungen, also mehrere Filter auf denselben Bildausschnitt anwenden, dann legt man sich sinnvollerweise eine Ebene mit Maske dafür an.

Mit Masken kann die Wirkung der Filter pro Filter oder für eine ganze Ebene eingeschränkt werden

Das bedeutet im Klartext: Jeder(!) Filter kann für lokale Anpassungen verwendet werden! Wow!

Ebenen zusammenfassen

Wie in Photoshop kann man auch hier Ebenen zu einer Ebene zusammenfassen. Aber… Dabei werden nicht alle Filter zu einem großen Arbeitsbereich zusammenkopiert, nein, es wird eine gerasterte Bildebene erzeugt, wie bei Photoshop auch.

Luminar ist wirklich eine Kombination aus Nicht-Destruktiven Filtern wie in Lightroom und Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop, mit sehr fließenden Übergängen.

Kurven-Werkzeug ungewohnt

Wenn Ihr Gradationskurven kennt, versteht Ihr vielleicht was ich meine, ansonsten ist es Euch vermutlich egal wink

Ihr kennt dieses Werkzeug: Zu sehen ist eine Diagonale Linie von unten links nach oben Rechts. Ich gehe nun gerne daher und klicke mir Bearbeitungspunkte in diese Kurve – einmal in der Mitte und jeweils einmal im Vierteil oben rechts und unten links. Nun kann ich normalerweise die Kurve in diesen Teilbereichen behutsam bewegen und verbiegen, ohne dass die anderen Teile der Kurve beeinflusst werden…

Bei Luminar ist das anders: Stellt Euch diese Diagonale vor und Ihr habt ein paar Fixpunkte darauf gesetzt. jetzt wollt Ihr die Schattenbereiche, ganz links unten, etwas anheben um den Schwarzpunkt zu verschieben. Bei Luminar bewegt ihr trotzdem die gesamte Kurve – die Diagonale – nach oben, inklusive der anderen Fixpunkte die gar nicht so fix sind. Das ist irgendwie sinnlos so und verkompliziert die Präzise Arbeit mit diesem Filter. Vielleicht ist es aber auch ein Bug?

Non-Destructive? Nicht immer!

Es gibt einige Werkzeuge, die nicht als Filter sondern als Ebene implementiert sind. Zum Beispiel der Radierer.

Es gibt einen Radier – mit ein paar Einschränkungen

Für den Radierer öffnet sich eine neue Tool-Leiste oben. Man markiert mit Pinsel oder Lasso die Bereiche die entfernt werden sollen. Hat man alles markiert, klickt man auf “Anwenden”… und wartet. Nach einer Weile sind die störenden Dinge verschwunden. Mal mehr, mal weniger gut.

Zwei Haken sehe ich bei diesem Tool:

  1. Es gibt nur eine harte Auswahlkante. Das führte bei meinen Tests oft dazu, dass man sehr gut sehen konnte wo etwas entfernt wurde. Mit einer weichen Kante wäre der Eingriff viel unauffälliger gewesen.
  2. Dieses Werkzeug erzeugt eine neue Bild-Ebene. Ich habe es nicht probiert, würde aber bezweifeln, dass man diesen Schritt auf andere Bilder übertragen kann… Eine Serie von Fotos wo überall im Himmel an derselben Stelle ein Staubfleck ist?

Unauffälliger kann man mit dem Clone-Tool Dinge entfernen. Ganz klassisch, Quelle wählen und zum Ziel kopieren. Dank weicher Kante sind die Ergebnisse, je nach eigenem Geschick, gar nicht übel. Aber: Neue Bildebene.

Hier ein Beispiel:

Einen Pfosten entfernen – links der Versuch mit dem Radier-Tool, rechts von Hand mit dem Clone-Tool

Links habe ich einen Pfosten mit dem Radierer markiert. Das Ergebnis könnte gerade so funktionieren, wäre da nicht die harte Kante… OK auch sonst überzeugt es nicht so richtig wink Rechts habe ich das Clone-Werkezug verwendet und mit verschiedenen Quellpunkten den Pfosten von Hand entfernt. Pfosten? Welcher Pfosten? wink

Ähnlich verhält sich das Entrauschen-Tool. Man bekommt eine Vorschau mit Schieberegler um zwischen vorher/nachher zu wechseln und man kann die Stärke des Effekts einstellen. Das Ergebnis fand ich im Grunde nicht schlecht, nur wurde auch hier eine neue Bildebene erstellt. Entrauschen ist also kein Filter den ich als Preset anlegen könnte – oder, falls das für solche Ebenen doch funktioniert, würde ich jedesmal neue Bildebenen erzeugen was Platz kostet.

Presets

Wie oben beschrieben kann man sich Einstellungen einer Ebene als Preset abspeichern und so immer wieder verwenden. Die Presets werden dabei im System in einem Verzeichnis gespeichert, dass ich von Hand sicher nicht so schnell gefunden hätte. Zum Glück kann man direkt in Luminar über das Kontextmenü zu diesem Verzeichnis gelangen:

Das Verzeichnis für die Luminar Benutzer-Presets ist etwas versteckt

Am Mac hätte ich das Verzeichnis durchaus unter ~/Library/Application Support/Luminar oder Macphun/Luminar/… erwartet… Aber unter Group Containers/DPS…bla…irgendwas/ ? Huh? Kein Beinbruch aber irgendwie wirkt das unordentlich wink

Historie

Alle Bearbeitungsschritte sind als Historie ersichtlich

Das hatte ich bei ON1 Photo RAW vermisst. Luminar hat eine Historie und man kann zu jedem Punkt zurück springen. Kann praktisch sein. Jede Ebene hat dabei ihre eigene Historie, das ist konsequent bei der Art wie die Ebenen behandelt werden. Man kann also pro Ebene Einzelschritte rückgängig machen.

Export

Der Export-Dialog für ein Einzelbild unterscheidet sich deutlich von dem der Stapelbearbeitung

Kurioserweise ist der Export-Dialog für ein Einzelbild viel einfacher gehalten als der im Stapel-Dialog. Hier kann ich nicht aus einem Preset wählen um Dinge wie Auflösung, Format und Ziel auf einen Schlag einzustellen. Das ist schade und ich frage mich: Warum?

Speichern

Natürlich möchte man seine Arbeit speichern um später noch Anpassungen für andere Ausgabeformate vornehmen zu können. Hier zeigte sich die nächste Überraschung: Luminar speichert keine Sidecar-Files zur RAW-Datei sondern speichert das Bild und die Bearbeitung in einem eigenen Format!

Luminar speichert die Bearbeitung als eigenes Format inklusive der Originaldatei

Luminar verwendet ein Container-Format. Darin enthalten ist, soweit ich das sehen kann, das originale RAW, alle berechneten oder eingefügten Bild-Ebenen und natürlich die Bearbeitungsschritte.

Der Vorteil ist, dass man so eine Datei irgendwo hin kopieren oder mit jemandem Austauschen kann und sich nicht um die Originale kümmern muss.

Der Nachteil ist, dass diese Dateien verdammt groß werden können! In meinem Beispiel ist das RAW 15 MB groß. Die Luminar-Datei mit meinen Anpassungen kommt auf satte 41,2 MB. Bei einem anderen Test waren es über 120 MB.

Und man muss aktiv speichern. Bei anderen RAW-Entwicklern werden die Einstellungen automatisch in Sidecar-Files gespeichert. Luminar ist eher ein klassischer Editor, wird er beendet, wird man gefragt, ob man seine Änderungen speichern möchte…

Drucken?

Ja, man kann ein Bild drucken. Dafür gibt es aber nur den Standard-Dialog, wie man ihn vom Mac kennt. Keine Layouts, keiner Rändereinstellungen, ICC-Profile nur über den Druck-Dialog wenn dieser das vorsieht, ich glaube das hängt vom Druckertreiber ab. Also ja, man kann drucken und nein, das ist kein Druck-Modul.

Ergebnis und Fazit

Obwohl ich einen guten Einruck von der Software bekommen habe, sind meine Gefühle gespalten. Als umfangreichen RAW-Editor und Bildbearbeiter? Ja. Als Lightroom Ersatz? Nein.

Pro

  • Schnell, meistens. Beim Zoom wird es langsam wenn man die volle Schärfe beurteilen möchte und mit vielen Filtern wird es auch schon mal träge. Trotzdem konnte ich ein paar Bilder recht zügig bearbeiten. Geht in Ordnung.
  • Jeder Filter als lokale Anpassung möglich durch Masken

Neutral

  • Große Auswahl an Filtern… Allerdings viel redundantes Zeug dabei. Alte Filter wurden behalten und neue Filter ergänzt. Das ist streckenweise sehr unübersichtlich… Welchen Kontrast-Filter, welchen Split-Tone, welche Farbanpassung nehme ich denn nun? Gut, muss man halt durchprobieren und dann die eigenen Favoriten also solche markieren (ja das geht, hilfreich!)

Contra

  • Radierer oft nicht gut im Ergebnis
  • Häufig werden Bildebenen gerendert was für eigene Presets hinderlich ist
  • Einstellungen werden zusammen mit Bildebenen und Originalen als eigenes Bildformat gespeichert was zu sehr großen Dateien führt
  • Kein automatisches Speichern, man muss sich aktiv darum kümmern
  • Export für Einzelne Bilder kennt keine Export-Presets

Wer nur ab und an RAW-Bilder entwickelt, hat hier ein recht mächtiges Werkzeug für schlankes Geld – für die knapp 70 Euro bekommt man viel Software.

Auch wenn es toll ist, dass jeder Filter per Maske als lokale Anpassung funktioniert… diese Funktion allein kann mich nicht genug überzeugen um Luminar als Lightroom-Alternative zu bezeichnen. Es ist etwas völlig anderes und näher an Photoshop oder Affinity Photo als an Lightroom.

Einzelne Änderungen auf andere Bilder übertragen? Ich wüsste nicht wie – Wird vom Konzept auch schwierig weil es ja neben dem Original-RAW noch eine Luminar-Datei geben kann… wollte man einzelne Einstellungen auf andere Bilder übertragen, was sollte dann passieren? Zu jedem RAW eine Luminar? Was, wenn es schon eine Luminar-Datei gibt, auf welche Ebene soll die Einstellung übertragen werden?

Ich bin gespannt, ob sich an diesem Konzept etwas ändert, wenn das DAM Modul dazu kommt 2018.

Nachtrag: Ich hatte meinen Test gerade abgeschlossen, da ging die neue Webseite für Luminar 2018 online, Vorbestellungen sind möglich. Die Programmoberfläche wurde überarbeitet, die Filter-Regler sehen jetzt übersichtlicher und besser zu bedienen aus (da hatte ich mit der getesteten Version tatsächlich etwas Schwierigkeiten weil es ein Unterschied war, wo auf den Einstellungsregler geklickt wurde – traf man die Beschriftung, die im Balken lag, konnte man den Regler sehr fein bewegen – im Grunde gut, aber nicht so gut, wenn der Regler dort rechts im Schriftbereich steht und man ihn schnell dort weg ziehen möchte smile schwer zu erklären, muss man ausprobieren) Es wird also sehr aktiv entwickelt und ich habe das Gefühlt, Feedback lohnt sich auch.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Lightroom Alternativen? | Ansichten

  2. Die wittern jetzt Morgenluft und wollen die Gunst der Stunde nutzen. Ob sie aber mit ihrem DAM Version 1.0 und den RAW-Bearbeitungsfunktionen den hohen Ansprüchen der Lightroom (classic) Nutzer entsprechen, bleibt abzuwarten.
    Es drängt sich ein bisschen der Eindruck auf, dass dort mit sehr heißer Nadel gestrickt wird. Sei’s drum, je mehr Konkurrenz, desto besser für die Anwender.

    Antworten

    • Das nehme ich denen auch nicht übel, finde das eher pfiffig :) Luminar gibt es schon länger und am DAM schrauben die sicher auch schon länger. Sie hauen jetzt halt mal richtig alles raus (Ankündigungen), weil Adobe da gerade eine Tür aufstößt.

      Wenn Macphun/Skylum aber nichts am zugrunde liegenden Konzept ändert, wird das schwierig (Dateiformat, manuell speichern …) Ich werde mir das sicher noch mal ansehen, wenn eine Version mit DAM verfügbar ist.

      Antworten

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