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Lightroom Alternative – Hasselblad Phocus

Mehrere E-Mails erreichten mich mit dem Hinweis auf eine mögliche Alternative zu Lightroom – Ich solle mir doch mal Hasselblad Phocus ansehen. Na gut, habe ich gemacht smile

Um es vorweg zu  nehmen: Für eine kostenlose Software ist das ein guter RAW-Editor und die Bildqualität ist gut. Wer allerdings keine Hasselblad-Kamera einsetzt, kann die Software nur eingeschränkt nutzen. Ich werde nicht zu Phocus wechseln.

Wer sich für die Details interessiert, der liest einfach weiter smile

Download mit Hürden

Phocus lässt sich von der Hasselblad-Webseite herunter laden. Die Software kostet zwar kein Geld, so ganz anonym verschenken möchte Hasselblad aber auch nichts. Vor dem Download musste ich einige Hürden nehmen.

Zunächst musste ich mich registrieren. Ich sollte einen Benutzernamen und ein Passwort eintragen und sollte das mit einem Captcha bestätigen.

Ich gab also einen Namen und ein komplexes Passwort ein und klickte bestimmt 10 mal auf das Captcha, bis ich eines bekam, dass ich lesen konnte. Nach der Eingabe gab es einen Fehler – Ich sollte keinen Benutzernamen eingeben, wie die Beschriftung des Feldes andeutete, sondern eine E-Mail-Adresse! Ja, Hasselblad, dann schreibt das doch auch da hin?!

Also E-Mail-Adresse eingetragen und… Mist! Passwort weg, Captcha wieder neu. Also wieder alles eingetragen. Zack, der nächste Fehler: Das Passwort war zu lang, maximal 20 Zeichen waren möglich. Hallo? Ende 2017? Passwort zu lang?! Und wenn schon ein Limit, könnt Ihr das bitte in der Eingabemaske direkt melden?

Dritter Anlauf, jetzt mit kürzerem Passwort. Zack: Captcha invalid… Ich konnte dieses Captcha also nicht entziffern und natürlich war wieder alles leer…

Vierter Anlauf – Diesmal klappte es. Puh.

Installation

Installation per Drag&Drop, wie man es am Mac gerne hat

Der Download am Mac ist eine DMG-Datei. Öffnet man diese, kann man Phocus ganz klassisch per Drag&Drop installieren. Sehr gut. Außerdem ist ein Bedienungshandbuch enthalten – allerdings nur in englisch, obwohl das Programm mit deutscher Oberfläche startet. Das ist daher etwas unglücklich, weil man so in der Anleitung nicht nach Begriffen der Programmoberfläche suchen kann. Man muss rätseln, wie der Begriff wohl in englisch heißt um dann etwas zu finden.

Ich fand in den Programmeinstellungen auch keine Möglichkeit, Phocus auf englische Oberfläche umzustellen. Wer das tun möchte, muss sich mit Tools für den Mac behelfen oder die deutschen Ressourcen aus dem Programmpaket von Hand löschen.

Erster Start

Phocus möchte Zugriff auf die Kontakte um ein IPTC-Profil zu erstellen. Man kann das verbieten und trotzdem weitermachen.

Beim ersten Start möchte Phocus auf meine Kontakte zugreifen um ein Default-IPTC-Preset zu erstellen. Vermutlich möchte es auf meine Kontaktdaten zugreifen. Ich erlaube das nicht und kann trotzdem starten. Natürlich müsste ich jetzt ein IPTC-Profil von Hand anlegen, wie bei anderen Programmen auch.

Ich bekomme nun einen Startbildschirm angezeigt mit den Neuerungen in der Version 3.1. Das Programm soll schneller geworden sein und die Metal-GPU-Beschleunigung verwenden. Außerdem sollen Broncolor-Blitze unterstützt werden.

Phocus zeigt ein Startbild mit Neuerungen an. Broncolor-Blitzanlagen können ausgelöst werden – Es ist klar, dass Hasselblad Phocus für sehr spezielle Anwendungsfälle ist

Es wird direkt klar: Phocus ist sehr auf Tethered-Shooting mit Hasselblad-Kameras und Profi-Blitzzubehör ausgelegt.

Dann soll ich mich registrieren – Diesen Punkt konnte ich aber mit “später” überspringen.

Einstellungen

Nicht besonders viele Einstellungsmöglichkeiten. Unter Trigger gibt es einige Tethering-Spezialitäten

Ich schaute zuerst in die Programmeinstellungen. Wie schon bei manch anderem Programm passten auch die deutschen Übersetzungen nicht in den Dialog, viele Begriffe wurden abgeschnitten. Als Softwareentwickler verstehe ich das Problem, weiß aber auch, dass es Lösungen dafür gibt. Fakt ist: So etwas hinterlässt bei mir einen schlechten Eindruck.

Die Helligkeit der Programmoberfläche lässt sich einstellen mit einigen möglichen Graustufen. Weiterhin wird hier noch viel klarer, dass Phocus sehr auf Tethering zugeschnitten ist, es gibt einige Einstellungen dafür. Und es gibt einen Hinweis auf eine Mobil-App – Ich vermute, dass es etwas ähnliches gibt wie auch für CaptureOne, eine App für Tablet oder SmartPhone, um optional schon während des Shootings Bilder zu bewerten – praktisch wenn der Kunde direkt wählen kann oder der Bearbeiter schon eine Vorauswahl beim Shooting trifft – oder um die Kamera fernzusteuern.

Oberfläche

Das Programm ist recht klar aufgeteilt: Links werden Ordner und Sammlungen angezeigt, rechts Informationen und Bearbeitungswerkzeuge, in der Mitte das gewählte Bild in groß und darunter die Thumbnails aller Bilder in einem gewählten Ordner.

Dabei ist die Oberfläche in Teilen anpassbar: Alle Bereiche lassen sich ein- und ausblenden, das Bild kann in einem extra-Fenster angezeigt und so auf einen zweiten Monitor gezogen werden oder es kann komplett ausgeblendet werden, so dass die Thumbnails als Grid den mittleren Bereich dominieren. Wird ein Bild in groß gezeigt, können die Thumbnails entweder unten oder links angezeigt werden.

Es gibt keine getrennten Arbeitsbereiche für Bildauswahl, Bearbeitung, Import und Export etc. Alle Werkzeuge stehen jederzeit zur Verfügung.

Die Ordner

Links zeigt Phocus Quell- und Zielordner sowie Favoriten und Sammlungen an

Oben stehen die Aufnahmeziele. Wieder, es wird stark auf Tethering gesetzt. Das Ziel “Phocus Aufnahmen” wird automatisch im Bilder-Ordner angelegt.

Ganz unten wird das Dateisystem angezeigt. Hier kann man durch angeschlossene Laufwerke navigieren um Bilder einzulesen. Speicherkarten werden hier ebenfalls als Laufwerke angezeigt.

Ich navigierte über “Dateisystem” zum Ordner mit meinen Test-RAW um diese zu importieren. Die Bilder, die direkt im gewählten Verzeichnis lagen, wurden im Thumbnail-Browser angezeigt, die Bilder in den Unterverzeichnissen nicht. Wie würde das beim Import von Speicherkarten funktionieren? Die meisten Kameras legen die Bilder in Unterverzeichnissen ab.

Ich ignorierte diese Frage und wollte durch die Thumbnails scrollen – Es ruckelte. Hoppla. Das hatte ich nicht erwartet.

Man kann schnell zwischen verschiedenen Oberflächen-Layouts umschalten. Hier z. B. auf “Durchsuchen” um viele Thumbnails zu sehen

Praktisch sind die verschiedenen Fensterlayouts, die man schnell umschalten kann. Möchte man nur Bilder durchsuchen, braucht man verschiedene Panels und die große Ansicht nicht, dafür aber viel Platz für die Thumbnails. Ein Klick oder Tastenkombination, und die Ansicht sieht anders aus. Durchaus eine gute Lösung.

Import

Ich wählte also die Bilder in einem Verzeichnis – Keine Ahnung wie das mit Unterverzeichnissen funktionieren soll – und klickte auf den Import-Button in der Toolbar.

Der Phocus Import-Dialog

Ein Import Dialog wurde gezeigt. Hier konnte ich ein Ziel wählen, die Bilder umbenennen lassen, ein Bearbeitungs-Preset vorgeben und IPTC-Daten eintragen lassen. Eine einfache Möglichkeit um eine Handvoll Stichwörter vorzugeben, gab es nicht.

Es gab auch keine Option um Bilder zu verschieben oder am originalen Ort zu verlinken. Bilder wurden immer kopiert. Ganz klar: Phocus setzt auf Tethering und Import von Speicherkarten aus Hasselblad-Kameras.

Während des Imports konnte ich keinen Fortschrittsanzeiger finden. Die Bilder tauchten Stück für Stück im Ziel-Ordner auf. Das lief langsamer als erwartet – Ich habe eine sehr schnelle SSD im MacBook Pro, Quelle und Ziel lagen auf derselben, lokalen SSD. Ich ging also davon aus, dass Vorschaubilder erstellt oder die eingebetteten Vorschauen analysiert wurden.

Als der Import abgeschossen war, gab es eine macOS-Mitteilung.

Später fand ich heraus, dass es ein Werkzeug “Prozesse” gibt, dass standardmäßig im Bereich “Export” angezeigt wurde. Man kann es aber auch in anderen Bereichen anzeigen lassen.

Bedienung

Ich war noch im “Durchsuchen”-Layout, sah also nur die Thumbnails. Nun wollte ich ein Bild in groß sehen. Doppelklick auf ein Thumbnail war intuitiv die richtige Lösung. Das Layout wurde umgeschaltet um das gewählte Bild in groß und die Thumbnails darunter zu zeigen.

Im Durchsuchen-Layout doppelt auf ein Thumbnail geklickt. Das Layout wechselt um das Bild groß zu zeigen aber im Thumbnail-Browser ist das markierte Bild nicht sichtbar.

Das Problem dabei: Das gewählte Bild war im Thumbnail-Browser zwar markiert, wurde aber nicht in den sichtbaren Bereich geschoben. Das war irritierend.

Blättern durch die Bilder war unfassbar träge. Manchmal war das große Bild sehr schnell da, meistens aber dauerte es. Es half auch nicht ein Bild zu markieren und etwas zu warten, in der Hoffnung dass eine Vorschau erstellt würde – beim nächsten Mal war dieses Bild wieder langsam.

Sehr merkwürdig, denn in den Sidecar-Files, die Phocus schreibt, gibt es durchaus einen Hinweis auf Vorschau-Dateien im Preview-Cache von Phocus. Offensichtlich funktioniert da etwas nicht richtig.

Zoom

Um in ein Bild hineinzuzoomen gibt es mehrere Möglichkeiten: Per Tastatur mit cmd+alt+0 (null) um auf 100% zu zoomen und mit cmd+0 (null) um das Bild wieder ans Fenster anzupassen. Oder mit der Maus, wenn man vorher das Lupen-Werkzeug unter dem großen Bild wählt. Dann kann man gezielt an eine bestimmte Position zoomen.

Ein vergrößertes Bild kann man mit zwei Fingern auf dem Touchpad verschieben, wobei es während der Bewegung unscharf wird. Erst wenn man es wieder in Ruhe lässt, wird es wieder scharf.

Man kann das Bild auch mit der Maus verschieben, wenn man gleichzeitig die Leertaste gedrückt hält. Kennt man von Photoshop und anderen Programmen. Das irritierende bei Phocus: Drückt man die Leertaste, so ändert sich das Maus-Symbol nicht! Man hat z. B. immer noch das Lupen-Symbol, verschieb aber nun das Bild… korrekt wäre, wenn beim Drücken der Leertaste das Maus-Symbol zum Hand-Symbol geändert würde – und wieder zurück zum gewählten Werkzeug, wenn die Leertaste losgelassen wird.

Auch beim Verschieben mit der Maus wird das Bild kurz unscharf.

Zuschneiden, Begradigen

Unter dem großen Bild gibt es auch ein Zuschneiden-Werkzeug. Damit klickt man ins Bild und zieht dann mit der Maus einen Rahmen auf. Bei meinem ersten Test war das Seitenverhältnis frei, ich konnte also einen Rahmen in beliebigem Format aufziehen.

Ein Klick neben den Rahmen löschte diesen. Diese art der Bedienung mag ich nicht besonders. Hat man mühsam einen passenden Rahmen gezogen und klickt am Rand einmal kurz daneben… Immerhin kommt man mit cmd+z zurück zum letzten Rahmen. Gut, kann ich mit leben.

Aber wie stelle ich ein festes Seitenverhältnis ein? Da musste ich etwas suchen. Die Lösung war zwar logisch aber trotzdem etwas unhandlich:

  • Man wählt das Beschneiden-Werkzeug unter dem großen Bild. Der Mauszeiger verändert sich
  • Im rechten Panel, dass man eingeblendet haben sollte, wechselt man auf den Bereich “Anpassen”
  • In diesem Bereich öffnet man recht weit unten den Abschnitt “Ausschnitt & Orientierung”
  • Hier gibt es jetzt die Möglichkeit ein Seitenverhältnis vorzugeben

Um ein Seitenverhältnis beim Zuschneiden vorzugeben oder um ein Bild frei zu rotieren, muss man das passende Werkzeug in der Seitenleiste aufklappen.

Es ist im Grunde positiv, dass es Einstellungen an einer zentralen Stelle gibt. Doch warum öffnet sich dieser Bereich nicht automatisch, wenn man das Beschnitt-Werkzeug aktiviert? Es würde eine Menge Klicks sparen.

Ausrichten / Begradigen geht hier ebenfalls. Es gibt ein entsprechendes Werkzeug um eine Horizont-Linie zu ziehen. Das Bild wird dann daran ausgerichtet. Außerdem kann man im Abschnitt “Ausschnitt & Orientierung” mit einem Schieberegler das Bild frei rotieren – was allerdings extrem träge und ruckelig war bei mir. Direkt im Bild mit der Maus konnte ich das Bild nicht rotieren.

Werkzeuge

Es gibt eine Fülle an Bearbeitungswerkzeugen. In den Bereichen im rechten Panel kann man jeweils wählen, welche Werkzeuge angezeigt werden sollen. Das ist praktisch, so kann man sich unter den EXIF-Daten auch die Belichtungs- und Weißabgleichwerkzeuge zeigen lassen um schnell Anpassungen beim Stöbern in den Bildern vornehmen zu können.

Generell muss ich aber sagen, dass die Geschwindigkeit in der Bearbeitung sehr schlecht war. Die Regler ließen sich sehr träge bewegen und die Auswirkungen im Bild kamen eher mit gefühlten 2-3 Aktualisierungen pro Sekunde an, wenn überhaupt. Es ruckelte und stotterte. Bei manchen Werkzeugen mehr, bei anderen weniger.

Die Gradationskurve hatte eine neue Überraschung für mich. Sie funktionierte im Grunde gut und tat was sie sollte – Ich fand aber keine Möglichkeit den Schwarz- oder Weißpunkt anzupassen. Normalerweise hat so eine Kurve fest definierte Anfasser ganz links und ganz rechts der Kurve, so dass man die Werte beschneiden kann indem man diese Enden der Kurve nach oben oder rechts oder überhaupt irgendwohin zieht. Ich habe es bei Phocus nicht geschafft.

Die Werkzeugbereiche haben bei Phocus dasselbe Verhalten wie bei Capture One Pro: Sie werden automatisch zugeklappt, wenn der vertikale Platz nicht reicht, ein vertikales Scrollen durch geöffnete Werkzeuge gibt es nicht. Das finde ich persönlich extrem unruhig und unpraktisch, denn es bedeutet, dass auch das Histogramm zugeklappt wird, wenn ich zum Beispiel die Farbanpassungen oder die Gradationskurve aufklappe – jedenfalls auf dem Notebook, wenn ich keine anderen Werkzeugpaletten ausblende.

Ein Workaround kann sein, einzelne Werkzeuge frei schwebend zu verwenden. Jedes Werkzeug lässt sich als freies Fenster anzeigen. Wiederum praktisch in einem Umfeld mit mehreren Monitoren.

Jedes Werkzeug kann frei schwebend angezeigt werden

Für Farbanpassungen gibt es ein interessantes Werkzeug. Statt acht Farbkanäle vorzugeben, kann man über eine Pipette mehrere Farbbereiche im Bild wählen, die dann als Punkt in einem Farbrad angezeigt werden. Für jeden dieser Punkte kann man nun den Bereich wählen und die HSL-Werte anpassen. Klingt super… Hat aber einen großen Haken in der Bedienung!

Farbkorrektur-Werkzeug: Gut gemeint, teils schwach in der Bedienung

Um einen anderen Punkt zu wählen, klickt man im Farbrad in die Nähe dieses Punktes. Um den Winkel, also den Bereich anzupassen, klickt man in die Nähe von der Bereichsbegrenzung. Wenn jetzt aber in der Nähe des Randes eines Bereiches an anderer Punkt liegt, so lässt sich der Bereich dieser Punkte nicht mehr anpassen, weil jeder Klick den jeweils anderen Punkt auswählt bigsmile Nicht zu Ende gedacht – Oder es gibt noch einen Bedienungs-Trick, der mir entgangen ist.

Für Schwarz-Weiß-Umwandlungen gibt es das Werkzeug für Graustufen. Hier gibt es allerdings nur einen Rot-, Grün- und Blaufilter um die Helligkeitswerte anzupassen. Die Farbkorrekturen funktionieren hier aber weiter, so können also verschiedene Farbwerte über dieses Werkzeug in der Helligkeit geändert werden, jedenfalls in eingeschränktem Rahmen.

Vieles nicht verfügbar

Etwas merkwürdig war die Tatsache, dass viele Werkzeuge bei mir nicht aktiviert waren:

  • Einstellungsebenen, also lokale Anpassungen mit Pinsel und Verlauf? Deaktiviert.
  • Rauschfilter? Deaktiviert.
  • Staubentfernung? Deaktiviert.
  • Objektivkorrekturen? Deaktiviert.
  • Spitzlichter, Schatten, Klarheit? Deaktiviert.

Das macht den RAW-Entwickler für mich komplett unbrauchbar. Ich kann nur vermuten, dass diese Werkzeuge allein mit Hasselblad-RAW-Daten funktionieren. Ich habe es mit Canon und Olympus RAW getestet.

Vorgaben-Manager – Presets

Die Vorgaben (Presets) finden sich als Werkzeug in der Seitenleiste.

Ebenfalls in den Werkzeugen findet man den Vorgaben-Manager, also die Presets. Es gibt keine Vorschau, nur eine Liste der Presets. Klickt man eines an, wird angezeigt, welche Werkzeuge für das Preset betroffen sind.

Ein Doppelklick auf ein Preset wendet dieses an. Überraschung: Alle(?) anderen Anpassungen am Bild werden zurückgesetzt. Ich hatte ein Bild zugeschnitten und hatte perspektivische Korrekturen vorgenommen. Als ich eine Vorgabe wählte – in der keine von diesen Anpassungen hinterlegt waren – waren diese Anpassungen wieder verloren. Blöd.

Man muss also mit einem Preset anfangen und erst dann eigene Anpassungen vornehmen.

Bearbeitungen übertragen

Bearbeitungen können selektiv auf andere Bilder übertragen werden

Eine Bearbeitung kann auf viele andere Bilder übertragen werden. Einfach im Thumbnail-Browser mehrere Bilder wählen und dann in der Toolbar auf “Modifizieren” klicken.

Es erscheint ein Dialog in dem man wählen kann, welche Einstellungen übertragen werden sollen. Das funktionierte gut.

Stichwörter

Im Werkzeug “IPTC Stichwörter” kann man eigene Stichwörter zu einem Bild eintragen. Die Bedienung fand ich aber unpraktisch – vermutlich ist sie für Studio-Shootings aber genau passend.

Ich konnte einfach verschiedene Stichwörter in die Eingabezeile tippen, mit Komma getrennt. Diese Begriffe merkte sich Phocus aber nicht um sie mir dann beim nächsten Bild beim Tippen vorzuschlagen.

Stichwörter – Sehr rudimentäre Behandlung auf der einen Seite; Auf der anderen Seite gibt es Sets, die praktisch sein können

Stattdessen gibt es Stichwort-Sets die man selber pflegen muss. Man legt ein Stichwort-Set an und trägt dann die Stichwörter für dieses Set ein. Sicher sinnvoll um entweder Shooting-Spezifische Begriffe zu trennen oder um Orte und Model-Namen oder ähnliches zu trennen.

Stichwörter werden in Sets verwaltet die man sich anlegen kann

Im Werkzeug kann man dann wählen, ob man alle Stichwörter oder nur die eines bestimmten Sets sehen möchte. Dann kann man Stichwörter per Mausklick wählen… Eine Suche oder einen Tippvorschlag in dem Set gibt es nicht – Hasselblad geht wohl davon aus, dass man jeweils nur eine Hand voll Stichwörter hat.

Hierarchische Stichworte schienen mir nicht möglich zu sein.

Druck

Es wird der Standard-Druck-Dialog verwendet mit einer zusätzlichen Optionen-Seite für Phocus. Hier kann man lediglich wählen, ob man Kontaktabzüge oder ein Bild pro Seite drucken möchte. Layouts gibt es nicht.

Export

Export – Ein Bild kann in einem Rutsch mit zwei Vorgaben exportiert werden. Praktisch.

Man wählt die gewünschten Bilder und klickt auf den Export-Button in der Toolbar. Es erscheint ein Datei-Dialog mit einigen zusätzlichen Optionen.

Man kann offenbar ein Bild direkt in zwei Formaten bzw. mit zwei Einstellungen exportieren. Praktisch, wenn man jeweils die volle Auflösung als TIFF und zusätzlich ein kleines JPG benötigt.

Suche

Die Suche nach Stichwörtern funktionierte gut. Wie schnell sie mit zig tausend Bildern wäre, kann ich nicht sagen. Ich fand auch nur das einfache Suchfeld ganz oben rechts. Ein weiterer Filter nach Kamera, Objektiv, ISO oder sonstigen Metadaten hat sich mir nicht gezeigt.

Fazit

Phocus hat noch mehr Funktionen. Es gibt eine Diashow, man kann seine Hasselblad-Kamera konfigurieren und der komplette Tethering-Bereich sieht sehr stark aus, beurteilen kann ich das aber nicht, da ich das fast nie mache und schon gar nicht mit einer Hasselblad wink

Es ist eine kostenlose Software und sicher vorrangig für die Hasselblad-Kunden gedacht. Diese bekommen ganz sicher ein mächtiges Werkzeug das um einiges besser sein dürfte, als die Standard-Software von Canon oder Olympus oder anderen wink

Am Ende war Phocus für mich komplett unbrauchbar. Viel zu träge und viele wichtige Bearbeitungswerkzeuge waren nicht aktiviert. Das Stichwort-Handling war für mich, für meine Nutzung auch nicht brauchbar. Das wären dann doch mehr Kompromisse als bei so manch anderem Kandidaten den ich schon in den Fingern hatte.

Schade. Aber es gibt ja noch mehr auf der Liste smile

 

 

 

 

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