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Capture One Pro 8 – Kennenlernen der Oberfläche

Capture One Pro 8 – Toolbar über dem Filmstreifen ausblenden bringt reichlich Platz

In den letzten Beiträgen zur Capture One Pro 8 hatte ich über den Import und die Vorschauen berichtet. Das hatte alles noch recht wenig mit dem Kern der Anwendung zu tun, gehörte aber einfach dazu. Den Import-Dialog sehe ich z. B. in der Saison ziemlich häufig und ich habe durchaus einige Anforderungen die Capture One leider nicht vollständig abbilden konnte. Bestimmte Dinge lassen sich dafür vielleicht anders oder besser realisieren?

Dafür muss man sich das Programm einfach genauer ansehen und das hatte ich natürlich auch schon getan smile Hier nun also der Beitrag, mit dem ich ursprünglich mal starten wollte – Nach meinem ersten Import hier mein erster Blick auf die Oberfläche

Bevor es losgeht

Man kann in Capture One sehr(!) viele Funktionen mit eigenen Shortcuts belegen. Man kann sich die Tools selbst zusammenstellen auf beliebigen Registerkarten, man kann den Browser an verschiedenen Positionen anzeigen lassen.

Das ist mir, inzwischen, alles bekannt smile Ich weiß noch nicht genau wo ich bei diesem Beitrag einen Schnitt machen werde. Sollte also einer der genannten Aspekte fehlen, so wird das in einem folgendem Beitrag noch kommen smile

Außerdem schreibe ich diesen Beitrag so herunter, wie mir die einzelnen Punkte aufgefallen sind. Ihr seid sozusagen “live” dabei und erkundet mit mir gemeinsam die Software. Ich versuche die Reihenfolge nachträglich etwas zu strukturieren, seht es mir aber nach, wenn da einige Sprünge drin sein sollten – Das spiegelt dann durchaus die Programmoberfläche und Bedienung wieder, die im Gegensatz zu Lightroom keine stringente Arbeitsweise vorgibt.

Was sofort auffällt

Einfach mal so herunter geschrieben was mein allererster Eindruck nach dem ersten Import war…

Der Crop fehlt

Bei meiner Olympus OM-D E-M1 kann ich einstellen, in welchem Seitenverhältnis ich fotografieren möchte. Die RAW-Daten liegen natürlich immer im 4:3-Format des Sensors vor, die Kamera schreibt aber das gewünschte Seitenverhältnis in die RAW-Daten hinein.

Lightroom liest diese Informationen aus und wendet einen entsprechenden Zuschnitt automatisch an. Ich sehe in Lightroom genau den Bildausschnitt, den ich auch am Kameradisplay gesehen hatte, kann diesen Ausschnitt aber in der Bearbeitung noch verschieben. Ich finde das praktisch und wenn ich ein Seitenverhältnis von 1:1 oder 16:9 gewählt hatte, dann hatte das auch einen Grund.

Capture One ignoriert diese Informationen und zeigt einfach das 4:3-Format des mFT-Sensors, also die komplette Aufnahme an. Das finde ich sehr schade.

Ja, meistens habe ich 3:2 eingestellt. Ich könnte nun also einen 3:2 Crop an einem Bild vornehmen und diesen auf alle anderen Aufnahme übertragen, es sind aber schon einige Klicks mehr die eigentlich nicht sein müssten.

Unangenehm wird dies, wenn ich verschiedene Einstellungen verwendet habe, wenn also einige Fotos 1:1, andere 3:2 oder 16:9 sein sollten. Das kommt nicht oft vor, aber es kommt vor.

Ich bin übrigens nicht der erste der sich das wünscht – Im Dezember 2013 – Zweitausenddreizehn – wurde das Thema Crop-Vorgabe bereits im Forum angesprochen und bestätigt. Und jetzt, im Oktober 2015, gibt es eine weitere Meldung im Forum. Ich habe es dem Support direkt mitgeteilt. Ob diese Funktion nun noch in Version 8 unterstützt wird oder erst in einer Version 9? Wer weiß. Mich hat es erst mal gewundert.

Crop-Darstellung im Browser

Dieser Punkt ist mir wegen der oben angesprochenen Problematik erst viel später aufgefallen, ich ziehe ihn hier aber mal vor. Wenn ich ein Bild zuschneide, im extremsten Fall also aus einem Querformat ein Hochformat mache oder anders herum, so kann ich dies im Bild-Browser, der Thumbnail-Übersicht, nur schwer erkennen. Warum?

Capture One zeigt im Browser immer das vollständige Bild. Wurde ein Crop angewendet, so wird das Bild etwas abgedunkelt und der Ausschnitt ist hell.

Capture One Pro 8 – Der Browser zeigt nicht das zugeschnittene Bild sondern stets das komplette Bild abgedunkelt mit hellem Crop-Bereich

Capture One Pro 8 – Der Browser zeigt nicht das zugeschnittene Bild sondern stets das komplette Bild abgedunkelt mit hellem Crop-Bereich

Die Idee dahinter ist mir schon klar – so kann man sehen, ob man einen Zuschnitt vorgenommen hat oder nicht. Ich persönlich finde das aber sehr unübersichtlich. Ich habe in meinem Kopf ein Bild, ein fertiges Bild, das möchte ich wiederfinden. Ob dieses Bild ein extremer Ausschnitt war oder nicht, weiß ich nicht mehr genau. Ich weiß aber, dass ich nach einem Greifvogel im Hochformat suche. Wenn ich im Browser nun lauter querformatige Bilder sehe mit hellen Kästen drauf, verwirrt mich das mehr als dass es mir hilft. Wenn ich einen Pferdekopf aus einer Aufnahme der Herde herausgeschnitten habe, werde ich dieses Bild im Browser, nur durch rhythmisches hinschauen, gar nicht oder nur mühsam wiederfinden.

Lightroom macht das meiner Ansicht nach übersichtlicher. Dort sehe ich das endgültige Bild in voller Thumbnail-Größe. Dass ein Crop angewandt wurde, zeigt ein kleines Symbol. Mir genügt das vollkommen.

Lightroom 6 – Der Browser zeigt die Bilder wie sie nach dem Zuschnitt aussehen.

Lightroom 6 – Der Browser zeigt die Bilder wie sie nach dem Zuschnitt aussehen.

Immerhin kann man bei Capture One einstellen, wie stark die Abdunklung sein soll.

Capture One Pro 8 – Einstellungen für den Crop. Die Abdunklung kann eingestellt werden

Capture One Pro 8 – Einstellungen für den Crop. Die Abdunklung kann eingestellt werden

Diese Einstellung bezieht sich allerdings sowohl auf den Browser als auch auf den Viewer in dem die Bearbeitung stattfindet. Möchte man also während des Zuschneidens noch etwas vom Bild sehen, so kann man die Ausblendung nicht komplett schwarz machen, wie man es für den Browser vielleicht gerne hätte.

Capture One Pro 8 – Browser mit stärker abgedunkelter Crop-Darstellung

Capture One Pro 8 – Browser mit stärker abgedunkelter Crop-Darstellung

Auch hier habe ich dem Phase One Support gegenüber den Wunsch geäußert, dieses Verhalten am Browser ändern zu können. Phase One empfindet meinen Wunsch, also das Verhalten von Lightroom, eher als verwirrend, ich hatte aber den Eindruck, dass man ernsthaft darüber nachdenkt. Man stelle sich mal vor: Man hat eine 50 Megapixel Aufnahme der Canon 5Ds und nimmt einen extremen Zuschnitt für ein Detail vor – Das Thumbnail zeigt weiter die komplette Szene, abgedunkelt, mit einem winzigen hellen Rechteck… Im Browser kaum zu erkennen was genau man da jetzt eigentlich für ein Bild hat wink

…Und mit den 80+ Megapixeln Mittelformat-Digital-Rückteilen will das niemand gemacht haben? Bei einer Modeaufnahme einen extremen Crop auf einen Knopf, Zierleiste, Stoffstruktur für den Katalog?

Auch wenn jetzt wieder einige aufschreien, dass ich zu sehr an der gewohnten Lightroom-Logik festhalte – Falsch!

Die Browser in beiden Programmen zeigen die Thumbnails so an, wie sie nach der Bearbeitung aussehen. Kontrast, Belichtung, Farbanpassungen – Alles wird berücksichtigt für die Thumbnails. Lightroom macht es meiner Meinung nach richtig indem es auch die Auswirkungen des Schnitts darstellt.

Capture One tut dies hier nicht. Während der Bearbeitung wird der Zuschnitt ja auch im Viewer vergrößert, also der neue Ausschnitt auf die Fenstergröße angepasst – warum nicht im Browser?

Sehr flexibel

Das Konzept der Bedienung unterscheidet sich deutlich von Lightroom – daher ist es auch nicht zielführend, wenn man versucht seinen Lightroom-Workflow eins zu eins nachzubilden.

Lightroom teilt die Arbeit in verschiedene Abschnitte auf. Es gibt den Bereich der Verwaltung, der Bibliothek. Hier kann man Bilder aussortieren, bewerten, mit Stichworten versehen und so weiter. Und es gibt den Bereich der Bearbeitung, der Entwicklungsbereich. Hier stehen einem die Regler für Licht, Farbe, Kontrast, etc. zur Verfügung, man hat Presets zur Auswahl und so weiter. Es gibt weitere Bereiche für den Druck, Web-Galerien, Slideshows, …

Capture One verfolgt dagegen ein extrem flexibles Konzept. Es gibt keine Bereiche, keine Räume. Überall ist alles möglich. Oder anders betrachtet: Es gibt nur den Entwicklungsbereich, in dem man aber auch aussortiert und Stichworte vergibt.

Es gibt, wie bei Lightroom auch, verschiedene Bedienelemente die ein- und ausgeblendet werden können. Die Tools, auf denen sich die diversen Einstellregler finden, lassen sich mit cmd+t ein- und ausblenden. Der Browser mit den Thumbnails lässt sich mit cmd+b umschalten und beim Viewer für ein großes Bild funktioniert dies mit cmd+alt+v.

Im Gegensatz zu Lightroom lassen sich bei Capture One fast alle Tastaturkürzel ändern und an eigene Wünsche anpassen.

Außerdem können die Bedienelemente je nach Wunsch links oder rechts angedockt werden. Der Browser kann unten oder an der Seite docken.

Die Möglichkeiten der Individualisierung gehen noch viel weiter, später mehr dazu. Das ist ein Segen, weil man so viele Tastaturkürzel an eine deutsche Tastatur anpassen kann und weil man sich die häufig genutzten Funktionen und Einstellungen individuell auf Tasten legen kann. Und es ist ein Fluch, weil es so nahezu unmöglich wird, dass man eine fremde Capture-One-Installation fließend nutzen kann. Auch beim Lesen von Anleitungen und Ansehen von Videos sollte man schon genau wissen, was man wohin gelegt hat und muss ggf. genannte Shortcuts für sich selbst umdenken.

Kein Pick / Reject

Eine Sache die Lightroom bietet und die ich sehr intuitiv finde, sind die Flaggen. Ein P für Pick setzt die weiße Flagge für Bilder die auf jeden Fall gelungen sind. Ein X lehnt ein Bild ab, markiert es mit einer schwarzen Flagge zum Löschen. Ein U entfernt die Flaggen.

So etwas bietet Capture One nicht. Da die Katalog-Funktion recht neu ist bei Capture One, hatte mich das durchaus erstaunt, da die Vorlagen für diese Funktion in Aperture und Lightroom dieses Workflow-Werkzeug von Anfang an hatten.

Aber ich wollte ja flexibel bleiben und so suchte ich ein wenig, wie die Profis das so machen mit Capture One. Die Lösung lautet meistens: Farbmarkierungen – Grün für Pick, Rot für Reject. Dies funktioniert mit den + (Plus) und – (Minus) Tasten. Mit # (Raute) entfernt man die Farbmarkierung – wenn ich mich recht entsinne, man kann aber für jede Farbe eigene Tastenkürzel hinterlegen.

Das funktioniert natürlich, würde aber auch in Lightroom genauso funktionieren. Man verliert dadurch aber die Möglichkeit, die Farben für andere Eigenschaften zu setzen. In Lightroom habe ich die Farben u. a. zur Kennzeichnung der online gestellten Bilder genutzt. Wie bei Lightroom auch, kann ein Bild in Capture One immer nur eine Farbmarkierung zur Zeit haben.

Kein automatisches Weiterblättern

Setze ich bei Lightroom eine Flagge, Farbe oder eine Sternbewertung mit gedrückter Shift-Taste, so springe ich automatisch zum nächsten Bild. Dieses Verhalten lässt sich mit der Caps-Lock-Taste auch dauerhaft aktivieren und wieder abschalten, so dass man die Shift-Taste nicht immer zusätzlich drücken muss. Ich fand und finde das zum schnellen Durchschauen und Aussortieren der Bilder sehr praktisch. On1 hat so eine Funktion in ihrem Bildverwaltungstool ebenfalls eingebaut.

Eine entsprechende Option gibt es bei Capture One Pro 8 nicht. Ich fand ein Video für Lightroom-Umsteiger in dem ein Workaround genannt wurde: Man kann einen Filter für den Browser setzen, so dass nur Bilder ohne Farbmarkierung gezeigt werden. Setzt man nun eine Farbe, Grün oder Rot, so verschwindet das Bild aus der Ansicht und man steht sofort auf dem nächsten Bild. Um den Lightroom-Workflow zu komplettieren benötigt man dann noch eine Farbe für “Keine Farbe”, zu Beispiel Gelb.

Das ist zwar schön, hat aber einen Haken: Man kann nicht mal eben wieder zurück blättern.

Mir geht es häufig so, dass ich ein Bild sehe, als Pick markiere, dann auf dem nächsten Bild stehe und mir denke: “Hey, das ist noch besser!“, dann gehe ich mit dem Cursor einmal kurz nach links, entferne die Flagge, stehe dann automatisch auf dem neuen Bild und picke dieses. Das schreibt sich komplizierter als es in der Anwendung ist smile

Dies ist so in Capture One nicht machbar. Meine Lösung: Akzeptieren und händisch zum nächsten Bild blättern. Die oben genannte Farb-Filter-Technik stört mich zu sehr, da ich nicht spontan zurück blättern kann.

Blättern durch Bilder ungewöhnlich

Ist der Fokus im Browser, komme ich mit den Cursor-Tasten zum nächsten Bild. Stehe ich aber im Viewer, so klappt das nicht. Mit cmd+Pfeiltasten geht es zuverlässig.

Das hat mich tatsächlich extrem genervt, da ich genau dies, Blättern zum nächsten oder vorherigen Bild, ständig nutze. Was für ein Glück, dass man bei Capture One fast jeden Aspekt anpassen kann – Auch für das Blättern kann man eigene Tastenkürzel hinterlegen, so habe ich diese Funktion auf die Cursortasten gelegt. Funktioniert auch smile

Etwas verrückt es trotzdem – Ist der Fokus im Browser, was nicht unbedingt erkennbar ist, kann man auch mit Cursor rauf/runter zum Bild in der Zeile darunter/darüber springen. Das klappt nicht, wenn der Fokus irgendwo anders steht, weil dann Cursor rauf/runter zum Beispiel genutzt wird, um einen Parameter in der Bearbeitung zu ändern. Das kann durchaus praktisch sein um bestimmte Werte feinfühliger als mit der Maus ändern zu können. Allerdings hilft hier auch keine gedrückte cmd-Taste um dann im Browser mit den Cursor-Tasten in die nächste Zeile zu gelangen.

Ob so etwas nur mir auffällt?

Unruhige Darstellung

Dass die Fotos beim Blättern immer erst kurz unscharf dargestellt werden, fiel mir sofort auf. Darüber habe ich aber in den letzten Beiträgen ausführlich berichtet. Die Lösung: Die Vorschauen nur so groß rechnen lassen wie unbedingt erforderlich.

Keine Details im Browser unter Viewer

Capture One Pro 8 – Der Filmstreifen zeigte mir zunächst keine Detail-Informationen wie Farbmarkierung oder Sternebewertung

Capture One Pro 8 – Der Filmstreifen zeigte mir zunächst keine Detail-Informationen wie Farbmarkierung oder Sternebewertung

Ich finde es praktisch einen Filmstreifen am unteren Bildrand zu sehen den ich ein- und ausblenden kann. Das ist mit Capture One kein Problem. Allerdings wunderte ich mich, dass dieser Filmstreifen dann weder meine Farbzuweisung noch die Sterne-Bewertung anzeigt?! So wäre das doch ein ziemlicher Blindflug…

Schnellvorlauf einige Tage weiter… Natürlich kann auch der Filmstreifen die vermissten Daten anzeigen, er muss nur hoch genug sein smile Man kann die Größe des Browserbereichs anpassen, werden die Thumbnails zu klein, blendet Capture One Sterne, Farben und Dateinamen automatisch aus um Platz für die Bilder zu schaffen. Das geht in Ordnung.

Capture One Pro 8 – Filmstreifen etwas höher gezogen, schon sind die Informationen zu sehen

Capture One Pro 8 – Filmstreifen etwas höher gezogen, schon sind die Informationen zu sehen

Man kann auch die Toolbar des Browser ausblenden um zusätzlichen Platz zu gewinnen. Wenn man nicht ständig die Sortierung ändern möchte, bringt das durchaus wertvolle Pixel.

Capture One Pro 8 – Toolbar über dem Filmstreifen ausblenden bringt reichlich Platz

Capture One Pro 8 – Toolbar über dem Filmstreifen ausblenden bringt reichlich Platz

Metadaten unter dem Viewer

Unten im Viewer-Bereich kann man sich einige Metadaten anzeigen lassen. Ich sehe dort gerne die Bewertung und, bei Capture One dann entscheidend statt Flaggen, die Farbmarkierung. Es gibt einen Menübefehl um diesen Bereich ein- und auszublenden. Capture One funktioniert hierbei aber nicht immer fehlerfrei.

Ich hatte es jetzt mindestens drei mal, dass mir zwar ein Bereich eingeblendet wurde, dieser aber komplett schwarz war. Erst ein Neustart von Capture One löste das Problem und die Informationen wurden gezeigt. Ob dies mit dem Umschalten auf den Vollbild-Modus zu tun hat, konnte ich nicht eindeutig feststellen – Das ist aber auch nicht mein Job wink

Präziser Zoom?

Zunächst fand ich keine Möglichkeit um spontan auf 100%, also auf Pixeldarstellung in ein Bild hinein zu zoomen. Es gab zwar einen Schieberegler aber das war natürlich recht ungenau und zu kompliziert.

Es gibt aber durchaus mehrere Möglichkeiten. Man kann mit der Maus auf das Symbol rechts neben dem Zoom-Regler klicken um sofort auf 100% zu springen. Mit dem Symbol links kommt man wieder zurück auf die Darstellung des kompletten Bildes im Fenster.

Alternativ kann man mit cmd+alt+0 auf 100% zoomen und mit cmd+0 wieder zurück. Mit cmd++ (Plus) und cmd+- (Minus) kommt man stufenweise rein und raus aus dem Bild. Und natürlich lassen sich diese Kürzel nach Belieben anpassen.

Ich habe allerdings keine Möglichkeit gefunden, um an eine bestimmte Position ins Bild hinein zu zoomen. Die oben genannten Methoden positionieren immer auf die Mitte des Bildes. Bei Lightroom zoomt man per Mausklick in ein Bild und kann einstellen, dass der geklickte Bereich in der Bildmitte platziert wird. Ich finde das sehr praktisch.

Bei Capture One kann man zwar ein Zoom-Werkzeug wählen, mit z, und dann per Mausklick stückchenweise an die geklickte Position zoomen, aber nicht mit einem Klick auf 100% – zumindest konnte ich das nicht finden

Stattdessen gibt es ein anderes Werkzeug – Eine Lupe.

Lupe

Am oberen Bildschirmrand gibt es eine Liste an Werkzeugen, den Cursor-Tools. Hier kann man mit der Taste p eine Lupe aktivieren. Nun kann man mit einem Mausklick eine gewählte Stelle eines Bildes in einer 100%-Darstellung sehen. Dabei wird ein runder Ausschnitt um die angeklickte Position, schwebend über dem Bildschirm angezeigt – Solange man die Maustaste gedrückt hält.

Das Lupen-Tool funktioniert nicht nur im Viewer sondern auch im Browser. Durchaus praktisch.

Das Lupen-Tool funktioniert nicht nur im Viewer sondern auch im Browser. Durchaus praktisch.

Wer Aperture genutzt hat, der kennt dieses Funktion und genau wie bei Aperture funktioniert diese Lupe nicht nur im Viewer sondern auch im Browser! Man kann also mal eben mit dem Lupen-Werkzeug in ein Thumbnail klicken um einen Ausschnitt zu vergrößern.

Die Größe der Lupe, also des Overlays, lässt sich in drei Stufen anpassen und auch der Zoomfaktor lässt sich einstellen bzw. live mit dem Mausrad ändern.

Etwas lästig ist die automatische Positionierung dieses Lupen-Overlays. Fährt man über das Bild, so sucht sich das Overlay immer einen Platz wo es es möglichst nicht stört. In den Randbereichen ist dies etwas unruhig. Ich vermute hier noch einen Fehler – So springt das Overlay erst nach unten wenn ich mit der Lupe nach oben über das Bild fahre. Dann springt sie aber schnell wieder zurück nach oben um dann nach ein paar weiteren Pixeln wieder nach unten zu hüpfen… huuiiii smile

Dieses Problem ist bei mir im Fenstermodus nachvollziehbar. Im Vollbildmodus bisher nicht.

Fenster oder Vollbild – Unlogisch

Ziemlich nervig finde ich, dass Capture One meine Einstellung für die Oberfläche komplett vergisst wenn ich auf den Vollbildmodus umschalte. Sobald ich auf den grünen Knopf am Fenster oben links drücke, um in den Vollbildmodus zu wechseln, werden die Tools und der Browser ausgeblendet – #WTF?! Auch wenn ich diese hier im Vollbildmodus wieder einschalte hilft es nichts – Einmal wieder auf Fensterdarstellung und zurück auf Vollbild – zack – alles wieder ausgeblendet.

Wenn jemand eine Einstellung dafür kennt um das Verhalten zu ändern, ich freue mich über einen Kommentar smile

Außerdem gibt es einen Fehler: Nach Umschaltung auf Vollbild passiert es mir immer mal wieder, dass so ziemlich jeder Tastendruck nur mit einem Ton quittiert wird. Ich kann dann keine Tools oder Browser mehr einschalten oder zum nächsten Bild blättern. Hier hilft dann nur Rückkehr auf Fenstermodus oder Capture One neu starten.

Break – Zwischenfazit

Das soll mal reichen für diesen Beitrag smile Es wird wohl klar, dass sich Capture One ziemlich stark von Lightroom unterscheidet.

Oberfläche und Tastenkürzel lassen sich umfangreich anpassen und das kann einen zu Beginn ziemlich verwirren. Tipp: Versucht gar nicht erst einen vorgegebenen Workflow zu finden, es gibt ihn nicht! Überlegt Euch wie Ihr arbeiten möchtet und richtet Euch das Programm passend ein.

Setzt Euch zunächst mit den verschiedenen Fensterbereichen auseinander, wie diese ein- und ausgeschaltet und neu angeordnet werden. Vergebt Euch, wenn gewünscht, eigene Tastenkürzel für die jeweiligen Funktionen. Denkt noch nicht zu sehr darüber nach, ihr werdet die sicher noch mal anpassen.

Die Möglichkeiten der Anpassungen sind toll, verlangen einem aber auch einige Zeit ab, um alles mal auszuprobieren und seinen Weg zu finden. Es hilft, wenn Ihr Euch merkt was Ihr gesehen und angepasst habt. Solltet Ihr dann ein Video im Internet anschauen um mehr zu Capture One zu lernen, dann müsst Ihr nur ein wenig umdenken – Ihr wisst ja dann, was Ihr angepasst habt.

Es gibt aber viele Dinge, die ich vermisse, die mich stören oder nerven:

  • Ich möchte Thumbnails so sehen, wie sie nach der Bearbeitung aussehen. Da gehört für mich auch der Zuschnitt dazu
  • Ich möchte meine Bildschirmaufteilung auch beim Umschalten auf Vollbild beibehalten oder wenigstens eine eigene Aufteilung für Vollbild wiederhergestellt haben – automatisch.
  • Die Flaggen zur Auswahl der Bilder vermisse ich sehr. Dieses Konzept findet sich ja nicht nur bei Lightroom sondern in vielen Bilderverwaltungen. Die Farben dafür zu nutzen ist möglich, man verliert aber eine zusätzliche Ebene. Eher würde ich wohl die Bewertungen nutzen: Ein Stern für “Behalten”, zwei oder mehr Sterne für Pick, kein Stern für Reject. Mal überlegen
  • Man findet durchaus den einen oder anderen Fehler in dieser Version 8 von Capture One Pro. Im Fenstermodus ist das Lupen-Overlay etwas unruhig beim Finden einer guten Position. Die Bedienung kann beim Umschalten auf Vollbild versagen. Der Viewer zeigt manchmal die Metadaten unter dem Bild nicht. Es gibt weitere Fehler die vielleicht in späteren Beiträgen erwähnt werden sollen.

Im nächsten Beitrag werde ich den ersten Rundblick fortsetzen. Dazu wird dann auch mein erster Kontakt mit einigen Bearbeitungswerkzeugen gehören.

Wie immer gilt: Wenn Ihr selbst Capture One einsetzt und einige von mir genannter Klippen umschifft habt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Auch wenn Ihr wegen dieser oder anderer Stolpersteine Capture One nicht weiter verfolgt habt, interessiert mich, bei welchem Tool Ihr dann gelandet seid.

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich versuche zur Zeit auch, mich mit Capture One anzufreunden – zum einen weil, wie du schon oft geschrieben hast, Lightroom in vielerlei Hinsicht nervig geworden ist, zum anderen und vor allem auch, weil die Bildqualität (zumindest für Sony Kameras) wirklich um Welten besser ist. Insbesondere was die Farben betrifft und schwierige Lichtsituationen, mit Lightroom konnte ich trotz individueller Kamera-Profile und viel Rumprobieren nicht ansatzweise an die schöne Farbdarstellung von C1 kommen.

    Viele der Punkte, die du beschreibst, sind mir auch schon aufgefallen, und ich bin zum Schluss gekommen, dass C1 halt „anders nervig“ ist als LR. An einige Sachen kann man sich gewöhnen, manche werden hoffentlich noch nachgeliefert in einer späteren Version.

    Was mich besonders stört, ist die Verwaltung von Metadaten, die aus anderen Programmen kommen. Mit der (ungewohnten, aber vermutlich ebenfalls leistungsfähigen) Oberfläche für Keywords kann ich mich abfinden, aber ich hätte gern eine Möglichkeit, GPS-Daten an Fotos zu hängen, das wird von C1 nicht direkt unterstützt. Vergebe ich nun Positionsdaten mit einem externen Programm (Lightroom oder Photo Mechanic), wird eine XMP-Sidecar-Datei angelegt und C1 zeigt die Koordinaten. Schön und gut. Aber sobald ich die RAW-Datei jetzt in C1 verschiebe (z.B. aus dem Katalog in ein Verzeichnis auf dem externen Storage), bleibt die XMP-Datei wo sie ist, und die zusätzlichen Daten sind weg. In den Optionen gibt es eine Einstellung für „Auto-Sync“ von XMP-Dateien, das führt aber in diesem Fall auch nur dazu, dass nach dem Verschieben wieder eine leere XMP-Datei angelegt wird (die beim späteren Verschieben auch wieder ignoriert wird). Das führt dazu, dass ich momentan keine Lust habe, viel Zeit in Keywording (mittels externem Programm) oder GPS-Tagging zu stecken, weil ich nie genau weiß, ob und wann diese Daten plötzlich wieder weg sind…

    Ansonsten bin ich ziemlich begeistert von dem Programm, ich werde da definitv weiterprobieren!

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  2. Hallo Boris,

    ich habe evtl. eine Lösung für dein Zoom Problem. Wenn du das Verschiebewerkzeug („V“, bzw. das Handsymbol) ausgewählt hast, dann führt ein Doppelklick ins Bild einen 100% Zoom an der geklickten Stelle aus.
    Wenn du aktuell ein anderes Werkzeug ausgewählt hast, dann kannst du auch die Leertaste halten und einen Doppelklick ausführen. Dadurch wird auch ein 100% Zoom an der geklickten Stelle ausgeführt.

    VG
    Chris

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  3. Hallo Boris,
    eine wirklich tolle Seite, die Du hier hast.

    Ich denke Du nimmst hier eine Funktion wahr, das fehlende Manual und die Tutorials zu ersetzen. Das sollte der SW-Produzent machen, dafür bekommt er Geld für seine Software.
    Tut er das nicht, ist es oft ein Zeichen, dass nicht mehr viel Geld in die Weiter-Entwicklung gesteckt wird. Nachdem die KB-Kameras jetzt schon bis zu 50MP aufweisen, wird das dem Mittelformat-Markt auch nicht gut tun.

    Liebe Grüße, Enrico

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  4. Hey, das ist sehr hilfreich. Durch Deinen Artikel habe ich viele Tastenkombis und Möglichkeiten kennen gelernt. Die Arbeitsumgebung kannst Du übrigens wie bei Photoshop speichern (wegen des Vollbildmodus-Problems): Auf Fenster/Arbeitsumgebung/Arbeitsumgebung speichern und dann Namen vergeben. Liebe Grüße pulcherrima

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    • Abspeichern der Oberfläche ist ohnehin anzuraten. Es bleibt aber nervig, wenn man nach jedem Umschalten auf Vollbild wieder das Layout aktivieren muss. Meiner Meinung nach ist das ein Bug. Wäre zu prüfen, ob das bei C1 v9 schon gelöst ist

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  5. Bei mir hat sich die Bearbeitungszeit durch den Wechsel von LR auf C1 radikal reduziert.
    Mir reicht in 95% aller Fälle mein Benutzerdefiniertes Wekzeugregister.
    Die Qualität der Ausgabe ist LR bei meinem Sony-raw um Welten überlegen.
    Daran zu mäkeln wäre jammern auf extrem hohen Niveau!

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