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Camera Clara – Alte Kameras projizieren Licht

Auf dieses Projekt wurde ich im Rahmen des Happyshooting-Podcasts aufmerksam als ein Hörer uns einen Link schickte. Camera Clara? Was sollte das sein?

Ich rief die Seite auf und durchlebte in kurzer Zeit eine kleine Gefühlsgeschichte – Ich rätselte, grübelte, schmunzelte, lachte, war skeptisch zurückhaltend und dachte schließlich: Warum eigentlich nicht? smile

Da baut also jemand LED-Leuchtmittel in alte Kameras ein, um dieses Licht dann mit angesetztem Objektiv an die Wand zu projizieren, da muss man auch erst mal drauf kommen.

Am Ende verabredete ich mich mit dem Erfinder Philip Zogel am Telefon und zeichnete ein Interview auf. Philip erzählte über die Idee, wie es dazu kam, seine Gefühle beim Bau, über verwendete Materialien, einige Details zur Projektion und mehr. Es war ein tolles Gespräch und hier könnt Ihr es Euch in voller Länge anhören smile

Interview

 

Camera Clara?

Der Name kommt aus dem lateinischen. Die Camera Obscura beschreibt den dunklen Raum und so wurde der Ursprung der Kameras wie wir sie heute kennen benannt, ein dunkler Raum mit einem kleinen Loch. Camera Clara bedeutet so viel wie heller oder beleuchteter Raum und beschreibt genau das Gegenteil der Camera Obscura und somit genau das, was auch passiert: Ein Licht erleuchtet den zuvor dunklen Raum in der Kamera.

Projektion?

Normalerweise sammelt ein Objektiv Licht von außen und bündelt dieses in der Kamera auf der Bildebene. Der Fokus sorgt dafür, dass die Abbildung auf der Bildebene scharf gestellt wird. Ein verstellen des Fokus bedeutet, dass die Abbildung etwas vor oder hinter der Bildebene scharf erfolgen würde, wenn dort denn auch ein Film läge.

Nun wird das Prinzip der Kamera umgedreht. Dort, wo eigentlich der Film läge, befindet sich nun eine LED mit Linse. Das Licht gelangt durch das Objektiv nach außen um zum Beispiel an die Wand geworfen zu werden. Im Prinzip schaut die Kamera nun in sich hinein und zeigt das, was sie auf der Bildebene, genauer auf der Fokus-Ebene sieht. Verstellt man also den Fokus, so zeigt man, wie bei einem Mikroskop, verschiedene Ebenen der LED-Linse bzw. dem was die Linse vor der LED auf der jeweiligen Ebene darstellt.

Das Ergebnis sind interessante Lichtkreise. Es ist also keine Lampe wie man sie kennt sondern es wird das Bild der leuchtenden LED an die Wand geworfen.

Wer das nicht mag und lieber einen herkömmlichen Lichtkegel haben möchte, der kann das hintere Linsenelement des verwendeten Objektivs ausbauen – oder sich von Philip ausbauen lassen.

Jede Kamera möglich?

Nicht wirklich. Der Verschluss sollte sich möglichst einfach arretieren lassen und das Objektiv sollte nicht zu klein sein. Ich habe es mal testweise mit einem alten Klappfalter, einer Voigtländer Bessa, ausprobiert – Der projizierte Lichtkreis ist ziemlich klein, sieht nicht so schön aus.

Je kürzer die Brennweite, also je weitwinkliger das Objektiv, desto größer die Projektion. Interessant sind damit eher alte Spiegelreflexkameras mit austauschbarem Objektiv, dann kann man auch schön experimentieren smile

Ich habe einfach mal eine LED-Taschenlampe hinter ein altes Canon-Zoom-Objektiv gehalten. Hier mal ein Vergleich zwischen 24mm und 85mm –  Bei 85mm ist bei dem gewählten Abstand der komplette Lichtkreis im Bild.

Bei 24mm ist die Abbildung sehr viel größer. Das reduziert die Helligkeit, dafür kann man mit dem äußeren Bildkreis Objekte beleuchten smile

Schlussgedanken

Ich finde diese Idee sehr schön. Statt alte Kameras im Keller vergammeln zu lassen, können sie doch noch als Ambient-Licht genutzt werden. Warum denn nicht? Klar, als Kamera benutzen ist noch schöner aber seien wir mal realistisch: Analog fotografieren, das machen doch nur noch wenige und selbst wenn, viele haben mehrere alte Kameras. Nicht immer funktionieren die Kameras noch 100%ig oder man holt sich günstig vom Flohmarkt ein altes Gehäuse smile

Philip verbaut nach eigener Aussage sehr hochwertige Komponenten. Seine Camera Clara könnte man eher als kleines (Alltags-)Kunstwerk bezeichnen. Der Preis ist bei der kleinen Auflage und individueller Handarbeit entsprechend. Zwischen 350 und 500 Euro kann man schon investieren für die Idee, Entwicklung und Umsetzung.

Oder ihr habt Spaß am basteln und sucht Euch auf Basis dieser Idee selber Komponenten zusammen smile Wer weiß? Vielleicht baut Ihr die Lichtquelle weiter hinten ein und lasst alte Dias durchlaufen – manuell oder mit kleinem Motor? bigsmile Ich bin gespannt auf Eure Ideen und Basteleien. Ich selbst fange mal an auf eine Camera Clara zu sparen smile

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