Suche
Suche Menü

Analog, Digital und meine ersten Eindrücke

die Voigtländer im Sonnenlicht – leider hatte ich hier noch keinen Film drin
Am schnellsten und präzisesten bin ich mit der digitalen Kamera unterwegs. Bei der OM-D habe ich sogar ein Live-View im Sucher um auch bei wenig Licht klar zu sehen. Ich habe RAW-Daten mit allen Farben und kann auch bei Schwarz-Weiß-Konvertierungen bestimmen, welche Farben ich in welchen Grauwert schieben möchte. Ganz klar, der technische Fortschritt hat seine Berechtigung.

Die analogen machen aber auch Spaß. Ich fotografiere anders, ich sehe anders. Ich habe keine künstliche Begrenzung, die ich mir selbst auferlegen müsste sondern ganz klare Grenzen. Es sind 12 Aufnahmen in der Primar Reflex, es sind 8 Aufnahmen in der Bessa. Der Film ist in meinem Fall Schwarz-Weiß, weil ich ihn einfach selbst entwickeln kann, und diese Entscheidung wurde getroffen, lange bevor die Aufnahme gemacht wird. Auch das Erscheinungsbild des Bildes, also die Konvertierung der Farben auf das Schwarz-Weiß-Negativ ist vom Film vorgegeben. Wollte ich hier eingreifen, müsste ich mit Farbfiltern bei der Aufnahme hantieren. Das Ergebnis ist, dass ich ganz automatisch mehr plane, überlege, Aufnahmen dann doch nicht mache weil sie dann doch nicht gut genug sind.

Primar Reflex II

Ich gehe sparsam mit den wenigen Aufnahmen um und ja, ich muss erst mal einen neuen Auslöser-Reflex (wieder) erlernen. Digital drücke ich einfach mehrmals ab und bekomme den Moment. Analog hast Du diese eine Chance, weil danach bist Du erst mal ein paar Sekunden mit Spulen und Spannen beschäftigt. Das Gefühl für die Situation kann gar nicht gut genug sein und das, was man hier lernt, lässt sich problemlos wieder auf die digitale Fotografie übertragen. Win-Win.

Mit der Primar Reflex habe ich jetzt mal ein paar Aufnahmen bei richtigen Shootings gemacht, darunter ein bezahlter Auftrag. Es ist ein Versuch… Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt. Mit der Kamera kann ich sehr präzise arbeiten und das Komponieren auf der großen Mattscheibe ist ein Erlebnis, ein großer Spaß.

Die Bessa ist eine Reportage- und Schnappschusskamera. Man muss schätzen in allen Bereichen, etwas auf Sicherheit gehen und bloß keine zu präzisen Ergebnisse erwarten. Für Auftragsarbeiten? Wohl eher nicht. Für Ausflüge und Urlaub? Bestimmt! Es ist ein unfassbar tolles Gefühl all diese Schätzungen vorzunehmen, die feine Mechanik einzustellen, den Balgen zu sehen und zu riechen – Fotografieren mit allen Sinnen bigsmile

Wie sieht das bei Dir aus? Hast Du es mal wieder analog versucht? Was sind Deine Eindrücke?

Newsletter

Melde Dich für meinen Foto-Newsletter an und bleibe zukünftig auf dem Laufenden. Ich halte mich mit dem Versand zurück und versende voraussichtlich einmal pro Monat die aktuellen Beiträge und interessante Links oder Angebote exklusiv für Abonnenten.

 

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Boris,

    Ich bin seit – äh ca. 3 oder 4 Jahre – analog und digital unterwegs. Mir geht es wie dir, es gibt die anspruchsvollen Divas, die einem sehr viel Geduld und Konzentration abverlangen und es gibt die unkomplizierten, die in jede Tasche passen und schnell und präzise einsatzbereit sind und es gibt die digitalen… Die genau, sauber und unglaublich schnell ( auch in der Nachbearbeitung) zum Händeln sind. Bei mir sind es immer Phasen. Ich fotografierte vor 2 Jahren fast ausschließlich analog, derzeit wieder gemischt, mal farbig, mal S/W immer mal anders…
    Dir wünsche ich auf jeden Fall viel Spaß noch und ich freue mich wöchentlich über deine Berichte und Erlebnisse bei meinem Lieblingspodcast ;-)
    Viele Grüße aus dem wuilden Süden
    Jürgen

    Antworten

  2. Mir geht es genauso.

    Angefangen hat es mit einer digitalen Pentax, dann kam rein aus Neugier eine Pentax SLR dazu.

    Es dauerte nicht lange, dann musste Mittelformat her und je länger das analoge GAS anhält, umso weiter geht der Technische Fortschritt zurück.

    Den meisten Spaß habe ich derzeit mit der Mamiya beim Mittelformat sowie einer Russenmessucher als „Vollformat“

    Zuerst musste der Sensor weg, dann der Autofokus und jetzt ist sogar der integrierte Belichtungsmesser vollkommen überflüssiger Schnickschnack.

    Antworten

  3. Hallo

    Einen schönen kleinen Blog hast du hier. Ich finde es klasse das Gleichgesinnte gibt die die Begeisterung für die analoge Fotografie aufrechterhalten.
    Ich selber fotografiere viel analog, aber auch das digitale ist nicht mehr wegzudenken. In meinem Besitz befinden sich einige Kameras, unter anderem eine Voigtländer compur brillant, eine Mamiya c33, eine Pentax 645, eine Polaroid SX 70 und noch zwei Exa Kameras. Ich liebe sie alle.
    Den Vergleich zum Digitalem möchte ich gar nicht ziehen, denn es ist schon etwas anderes und bei mir zweckgebunden.
    Ich bin gespannt wie es bei dir weiter geht.

    Grüße Merten

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.