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Adaptiert – Pentax-K an Micro-Four-Thirds

Mit einem einfachen Adapter die alten Pentax-K Objektive weiternutzen

Mit einem einfachen Adapter die alten Pentax-K Objektive weiternutzen

Ich hatte ja schon geschrieben, dass einer der großen Vorteile einer spiegellosen Kamera das geringe Auflagemaß ist. Einfach gesagt: Die Objektive sind nah am Sensor. Bei Spiegelreflexkameras sind sie weiter weg, weil da ja noch der Spiegelkasten im Weg ist.

Warum ist das nun ein Vorteil? Weil die Geräte und Objektive so etwas kompakter gebaut werden können und weil man mit einem simplem Abstandshalter alle Möglichen Adapter bauen – beziehungsweise kaufen kann smile

Ein Adapter für meine vorhandenen Canon EF-Objektive war naheliegend, funktioniert aber nur eingeschränkt – Fokuswege sind kurz und daher nicht immer präzise manuell einzustellen, Blende lässt sich gar nicht verstellen. Ein Adapter mit integrierter Blende hilft auch nur bei bestimmten Objektiven ein wenig weiter.

Nun lag in unserem Schrank aber noch eine alte analoge Kamera – eine RevueFlex AC2 smile

Eine RevueFlex AC2. Vermutlich Anfang der 1980er Jahre erworben. Eine tolle Kamera mit Belichtungsmesser

Eine RevueFlex AC2. Vermutlich Anfang der 1980er Jahre erworben. Eine tolle Kamera mit Belichtungsmesser

Tanja hatte schon gerne fotografiert als wir uns kennenlernten, sie verwendete dafür eine RevueFlex AC2, eine 35mm Spiegelreflexkamera. Und sie hatte dafür ein paar schöne Objektive – neben einem 50mm f∕1.7 auch ein 28mm f∕2.8 und irgendwo sollte noch ein Teleobjektiv liegen, das finden wir auch noch wink

Wir mussten ein wenig suchen um herauszufinden, dass es eine AC2 ist – Die Bezeichnung, die vorne aufgedruckt war, ist nicht mehr zu lesen. Gebaut wurde sie wohl ab 1979 und irgendwo in diesem Bereich müsste sie auch gekauft worden sein von meinem Schwiegervater. Im Internet finde ich überall Bilder und Daten, die auf ein 50mm f∕1.4 im Kit hindeuten, bei Tanjas Kamera ist aber ein f∕1.7 dabei.

Ein Sigma 28∕2.8 wurde irgendwann für die RevueFlex gekauft.

Ein Sigma 28∕2.8 wurde irgendwann für die RevueFlex gekauft.

Die Idee, diese Objektive an der OM-D zu verwenden lag auf der Hand – aber was für einen Anschluss hatten die Objektive? Einen Adapter für Revue Flex sucht man vergeblich wink Auf dem 50mm-Objektiv fand ich keinen Hinweis aber das 28mm verriet mir in einem Aufdruck: “for Pentax-K”. Perfekt.

Das Revuenon 50∕1.7 war ziemlich sicher beim Kauf der RevueFlex dabei – Warum es ein f∕1.7 und kein f∕1.4 ist und was das “Auto” bedeutet, weiß ich nicht. Autofokus hatte die Kamera nicht.

Das Revuenon 50∕1.7 war ziemlich sicher beim Kauf der RevueFlex dabei – Warum es ein f∕1.7 und kein f∕1.4 ist und was das “Auto” bedeutet, weiß ich nicht. Autofokus hatte die Kamera nicht.

Ich brauchte gar nicht lange suchen, Adapter für dieses Format an m43 gab es einige, es war nur eine Frage des Preises und der Lieferzeit. Auf einigen Stand, dass sie für Pentax PK wären, da ich dazu nicht genaues finden konnte, ging ich davon aus, dass es passen würde und bestellte für das Experiment den günstigsten Adapter und nahm dafür mehrere Wochen Lieferzeit in Kauf – Bestellt am 24. April, geliefert am 11. Juni.

Der Adapter von Pentax-PK auf m43 ist ein simpler Abstandshalter. Der Blendenhebel des Objektivs wird aktiviert, so dass man den Blendenring ganz normal verwenden kann

Der Adapter von Pentax-PK auf m43 ist ein simpler Abstandshalter. Der Blendenhebel des Objektivs wird aktiviert, so dass man den Blendenring ganz normal verwenden kann

Kürzlich traf er dann endlich ein und kam dann auch direkt zum Einsatz, als ich die Fotos meiner Voigtländer Bessa machte. Die folgenden Bilder entstanden mit der OM-D E-M1 und dem 50mm f∕1.7 der RevueFlex.

Das Revuenon 50∕1.7 hat einen tollen Schmelz bei Gegenlicht. Bei manchen Winkeln sehen die Flares nicht so schön aus, in vielen Winkeln erzeugt es aber ein tolles Glühen oder eine leicht dunstige Atmosphäre – man kann aber auch ganz normale und sehr perfekte Bilder damit machen, wenn man bei Gegenlicht etwas aufpasst oder mit der Hand abschattet, eine Streulichtblende fehlt mir für das Objektiv.

Der Adapter passt auf beiden Seiten exakt, keine Probleme, nichts klemmt, nichts wackelt.

Die Objektive sitzen stramm aber nicht zu fest im Adapter. Passt wie angegossen.

Die Objektive sitzen stramm aber nicht zu fest im Adapter. Passt wie angegossen.

Das tolle an den Objektiven ist, dass sie für manuelle Verwendung gebaut wurden. Der Fokus lässt sich butterweich über einen langen Weg einstellen, Fokus-Peaking an der OM-D ist dabei ein guter Ersatz für die Mattscheibe. Und natürlich haben die Objektive noch einen richtigen Blendenring! Fotografieren wie früher smile

Die alten Objektive haben einen Blendenring und eine Schärfentiefe-Skala. Adaptiert an die OM-D kommt ein Retro-Gefühl mit einer gehörigen Spur Luxus auf :)

Die alten Objektive haben einen Blendenring und eine Schärfentiefe-Skala. Adaptiert an die OM-D kommt ein Retro-Gefühl mit einer gehörigen Spur Luxus aufsmile

Allerdings ist es mit dem Adapter keine Springblende. Verstellt man die Blende, sieht man den Effekt sofort. Das praktische an der OM-D: Man kann den elektronischen Sucher so einstellen, dass er keine Belichtungsvorschau anzeigt sondern das Bild automatisch verstärkt. Dreht man die Blende zu, nimmt die Schärfentiefe zu ohne dass das Bild dunkler wird – Jedenfalls solange nicht, wie die Kamera es noch schafft das Bild nachzuregeln.

Ich muss sagen, dass diese Objektive an der Olympus mehr Spaß machen als die Canon-Objektive, es fühlt sich richtiger an, vollständiger, weniger gebastelt. Ich bin mal gespannt, ob wir das Tele wiederfinden – An der Revue Flex wurden die meisten Bilder damit nichts, meistens verwackelt, an der OM-D gibt es eingebaute Stabilisierung, das wird ein Spaß smile

RevueFlex mit 28∕2.8 und 50∕1.7 am m43-Adapter. Das alte Tele suche ich noch

RevueFlex mit 28∕2.8 und 50∕1.7 am m43-Adapter. Das alte Tele suche ich noch

Leider weiß ich noch nicht, wie der Anschluss der Objektive für die Primar Reflex II heißt, die zu adaptieren wäre auch mal interessant – Damit müsste sogar ein Tilt/Shift möglich sein wegen des riesigen Bildkreises. Wenn jemand von Euch etwas genaueres weiß, schreibt doch einfach einen Kommentar oder nehmt Kontakt zu mir auf.

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Zwei RevueFlex der gleichen Bauart mit ein wenig Altglas liegen hier auch noch herum. Gleich mal auf die Suche nach einem Adapter machen. Wäre schade wenn die sonst einfach so verstauben. Und meine OM-D freut sich über neue Linsen.

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  2. Witzig – genau diese Kombination, ein 55mm f/1.7 (Weltblick), ein 28mm f/2.8 (Vivitar) und ein 135mm f/2.8 (Weltblick), habe ich ebenfalls vererbt bekommen und kann sie an der Sony A7 jetzt endlich auch digital einsetzen!

    Das Vivitar (28mm) ist erstaunlich scharf, mit dem Tele habe ich bisher noch wenig erfahrung gemacht, und das 55mm macht auch Spaß. Es hat in Extremsituationen (Gegenlicht, etc.) alle Arten von Abbildungsfehlern, Reflexionen etc., aber die kann man dann eben „künstlerisch“ einsetzen, und wenn man ein bisschen aufpasst (und eben die Grenzen kennt), bekommt man wirklich erstaunlich gute Ergebnisse!

    Und das manuelle fokussieren mit der Spiegellosen (und Objektiven die genau dafür gemacht sind) macht auch wirklich Spaß!

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  3. Ja, das ist eine schöne Nutzung von m4/3. Ich habe jetzt seit ca einem Jahr die Panasonic G6, die ich gelegentlich mit meinen alten Leica-Objektiven betreibe. Für mich ist besonders das Tele-Elmarit 2.8/90 mm interessant. Ich habe damit ein „180 mm Tele“ mit Blende 2.8 und einer Baulänge von nur ca. 10 cm! Die Qualität ist hervorragend und durch das Fokus-Peaking kann man wunderbar scharf stellen.

    Gruß

    Udo

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  4. Moin Chris,
    ich habe für meine große Pentax auch ein analoges 50er f1,4 für 40 Euro oder so in der Bucht geholt, weil ein manuelles nifty-fifty muss einfach sein ;-) Naja, eigentlich ists ja ein nifty-seventy-five, wg. crop…egal.
    Bei meinem steht auch AUTO drauf, obwohl es manueller Fokus und manuelle Blende hat.
    Ich glaube, dass das AUTO bedeutet, dass die Kamera automatisch die Blende im Objektiv aufblenden kann, um maximale Menge Licht reinzulassen. Ich nehme an, dass das früher bei den Filmkameras auch schon sinnvoll war, um maximales Licht auf den Sucher/Fokussystem fallen zu lassen.

    Just a thought – genau wissen tu‘ ich es aber nicht.

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    • Sorry, SORRY SORRY!!! Natürlich, Boris!!!! Mann mann mann, das kommt davon wenn man parallel happyshooting hört…. ‚tschuldige ;-)

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